Was ist das?
Eine Schlafmangel-Störung entsteht, wenn ein Pferd über längere Zeit zu wenig echten Tiefschlaf bekommt. Für die erholsame REM-Schlafphase muss sich ein Pferd hinlegen, weil die Muskulatur dabei vollständig entspannt. Kann oder will es sich nicht ablegen, fehlt dieser Tiefschlaf zunehmend. Aus Erschöpfung sackt das Pferd dann im Stehen kurz weg und knickt in den Vorderbeinen ein, bevor es sich wieder auffängt. Dabei entstehen oft typische Verletzungen und Schürfwunden an den Vorderfußwurzelgelenken. Ursachen können Schmerzen beim Ablegen, Platzmangel, unsichere Umgebung, Stress oder fehlende Ruhe in der Herde sein. Weil dahinter körperliche oder haltungsbedingte Probleme stecken können, sollte wiederholtes Einknicken beobachtet und abgeklärt werden.
Typische Anzeichen
Die Störung zeigt sich beim Dösen:
- plötzliches Einknicken im Stehen
- Schürfwunden an den Vorderfesseln
- starke Mattigkeit
- Vermeiden des Hinlegens
Mögliche Ursachen
Verschiedene Faktoren verhindern das Liegen:
- Schmerzen beim Hinlegen oder Aufstehen
- unsichere oder zu kleine Liegefläche
- fehlende Ruhe in der Gruppe
- Stress
Was Sie tun können
Schaffen Sie eine ruhige, weiche und ausreichend große Liegefläche. Achten Sie darauf, dass sich das Pferd sicher hinlegen kann.
Schlafmangel-Störung beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bemerken Sie bei Ihrem Pferd wiederholtes Wegsacken oder Einknicken im Stehen oder finden Sie ungeklärte Schürfwunden und Verletzungen an den Vorderbeinen, besonders an den Vorderfußwurzelgelenken, sollten Sie den Tierarzt hinzuziehen. Solche Anzeichen deuten auf einen anhaltenden Mangel an Tiefschlaf hin, dessen Ursache abgeklärt werden sollte. Wichtig ist, herauszufinden, ob Schmerzen das Ablegen und Aufstehen erschweren oder ob die Haltung dem Pferd nicht genügend Sicherheit und Platz zum Ruhen bietet. Auch wenn das Pferd sich auffällig selten hinlegt oder übermüdet und teilnahmslos wirkt, ist eine Untersuchung sinnvoll. Beobachten Sie das Ruheverhalten und die Liegephasen genau, um dem Tierarzt hilfreiche Hinweise zu geben. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lässt sich gegensteuern.