VetGuru

Pyodermie beim Hund: Anzeichen und was hilft

auch: Bakterielle Hautinfektion · Eitrige Hautentzündung · Hautinfektion

Hund★ Tiermedizinisch aufbereitetStand: 2026-07-23
Erstellt von der VetGuru-Redaktion · unter Mitwirkung einer KI erstellt, tiermedizinisch aufbereitet und redaktionell geprüft
Inken BorgmeierTierärztlich geprüft von Inken BorgmeierTierärztin mit Schwerpunkt Dermatologie (GPCert Derm)
Dringend
Zeitnah tierärztlich abklären lassen.

Was ist das?

Eine Pyodermie beim Hund ist eine bakterielle Infektion der Haut, bei der sich Bakterien, die normalerweise harmlos auf der Hautoberfläche leben, übermäßig vermehren und eine Entzündung auslösen. Dabei entstehen typischerweise kleine Eiterbläschen, Rötungen, Krusten und kahle Stellen, die häufig von Juckreiz begleitet werden. Eine Pyodermie tritt meist nicht ohne Grund auf, sondern als Folge einer bereits geschädigten Hautbarriere, etwa durch Allergien, Parasiten, dauerhafte Feuchtigkeit in Hautfalten oder Stoffwechselstörungen. Erst diese Vorschädigung ermöglicht es den Bakterien, sich stark auszubreiten und tiefer in die Haut vorzudringen. Je nach Tiefe der Infektion ist die Haut unterschiedlich stark betroffen. Eine Pyodermie ist grundsätzlich gut behandelbar, neigt aber bei einer unbehandelten Grundursache zu Rückfällen, weshalb auch diese Ursache gefunden werden sollte.

Typische Anzeichen

Die Beschwerden betreffen meist umschriebene Hautbereiche. Häufig beobachtete Anzeichen sind:

  • gerötete Haut mit kleinen Eiterbläschen oder Pusteln
  • Krusten, Schuppen und kahle Stellen
  • Juckreiz mit Kratzen und Lecken
  • ringförmige, sich ausbreitende Hautveränderungen
  • unangenehmer Geruch der betroffenen Hautstellen

Mögliche Ursachen

Eine Pyodermie entsteht meist auf dem Boden einer vorgeschädigten Haut. Mögliche Ursachen sind:

  • Allergien mit gestörter Hautbarriere
  • Parasitenbefall wie Flöhe oder Milben
  • Feuchtigkeit und Reibung in Hautfalten
  • Wunden, Kratzstellen oder Scheuerstellen
  • Grunderkrankungen, die das Immunsystem schwächen

Was Sie tun können

Halten Sie die Haut Ihres Hundes sauber und trocken und achten Sie besonders auf Hautfalten und feuchte Bereiche. Verhindern Sie übermäßiges Kratzen und Lecken und sorgen Sie für einen guten Parasitenschutz. Da eine Pyodermie meist eine Grundursache hat, ist es wichtig, diese gemeinsam mit der Tierarztpraxis zu finden, um Rückfälle zu vermeiden.

Pyodermie beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?

Stellen Sie Ihren Hund tierärztlich vor, wenn sich Pusteln, Krusten oder gerötete, juckende Stellen bilden, die sich ausbreiten, nicht abheilen oder immer wiederkehren. Da hinter einer Pyodermie fast immer eine Grundursache steckt, hilft eine frühzeitige Abklärung, sowohl die Infektion zu behandeln als auch weitere Schübe zu vermeiden. Rascher sollten Sie handeln, wenn zusätzlich Fieber, Schmerzen oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands auftreten. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Hund hohes Fieber und einen deutlich gestörten Allgemeinzustand zeigt, wenn eine rasch wachsende, warme und stark schmerzhafte Schwellung entsteht oder wenn Anzeichen einer Kreislaufschwäche wie Teilnahmslosigkeit, Wanken oder blasse Schleimhäute hinzukommen. Suchen Sie dann ohne Verzögerung den nächsten tierärztlichen Notdienst auf.

Wann wird es zum Notfall?
  • Hohes Fieber und deutlich gestörter Allgemeinzustand
  • Rasch wachsende, warme Schwellung mit starken Schmerzen
  • Kreislaufschwäche oder Teilnahmslosigkeit
Teilen:WhatsAppFacebookX E-Mail

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ersetzt keinen Tierarztbesuch. Keine Diagnose oder Behandlung. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik aufsuchen.