Was ist das?
Bei einem Prolaps stülpt sich Gewebe oder ein inneres Organ aus der Kloake, der gemeinsamen Körperöffnung von Darm, Harn- und Geschlechtsweg, nach außen. Hervortreten können zum Beispiel der Enddarm, der Eileiter, die Harnblase oder bei Männchen der Begattungsapparat. Häufige Ursachen sind starkes Pressen bei Verstopfung oder Legenot, ein Parasitenbefall, Entzündungen oder ein Kalziummangel, der die Muskulatur schwächt. Das vorgefallene Gewebe ist ungeschützt der Umgebung ausgesetzt, trocknet rasch aus, schwillt an und kann durch die gestörte Durchblutung absterben. Ein Prolaps sieht für den Halter oft dramatisch aus und ist es auch, denn je länger das Gewebe außerhalb des Körpers liegt, desto größer ist die Gefahr bleibender Schäden.
Typische Anzeichen
Ein Vorfall zeigt sich durch:
- aus der Kloake hervortretendes, rötliches Gewebe
- Schwellung im Bereich der Kloake
- Pressen und Unruhe
- Blutungen oder Verschmutzung des Gewebes
- Schwäche bei längerem Bestehen
Mögliche Ursachen
Auslöser sind häufig:
- starkes Pressen bei Verstopfung oder Legenot
- Kalziummangel mit schwacher Muskulatur
- Parasitenbefall
- Entzündungen im Bauchraum
Was Sie tun können
Halten Sie das vorgefallene Gewebe feucht und sauber, zum Beispiel mit lauwarmem Wasser, und verhindern Sie, dass es austrocknet oder beschmutzt wird. Versuchen Sie nicht, das Gewebe selbst zurückzuschieben.
Prolaps (Vorfall) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Prolaps ist ein sofortiger Notfall und muss umgehend tierärztlich versorgt werden, da das vorgefallene Gewebe sonst austrocknet, abstirbt und nicht mehr zu retten ist. Sobald Sie hervorgetretenes Gewebe an der Kloake bemerken, sollten Sie ohne Verzögerung einen reptilienkundigen Tierarzt oder einen Notdienst aufsuchen und nicht abwarten, ob es sich von selbst zurückzieht. Bis dahin sollten Sie das Gewebe feucht und sauber halten, es aber keinesfalls gewaltsam zurückzuschieben versuchen. Auch wenn sich ein Vorfall kurz zeigt und wieder verschwindet, ist eine zeitnahe Abklärung wichtig, da die zugrunde liegende Ursache wie Legenot oder Verstopfung selbst gefährlich sein kann. Bei dieser Erkrankung zählt jede Stunde, denn frühes Handeln entscheidet oft darüber, ob das Gewebe erhalten bleibt.