Was ist das?
Ein Milchstau, medizinisch Mastitis, ist eine schmerzhafte Stauung und Entzündung des Gesäuges bei säugenden Frettchen. Wird die gebildete Milch nicht ausreichend abgetrunken oder staut sie sich in den Milchdrüsen, schwillt das betroffene Gewebe an, wird warm und druckempfindlich. In dieses gestaute Milieu können Keime eindringen und eine bakterielle Entzündung auslösen, die sich rasch ausbreitet. Typischerweise tritt das Problem in der Säugezeit auf, etwa wenn ein Wurf klein ist, Jungtiere wegfallen oder die Milchbildung sehr üppig ist. Auch wunde oder verletzte Zitzen können den Keimen den Weg in die Milchdrüse erleichtern. Für die Fähe bedeutet ein Milchstau nicht nur Schmerzen, sondern auch die Gefahr, dass sie ihre Jungen nicht mehr versorgt und selbst schwer erkrankt.
Typische Anzeichen
Folgende Anzeichen können auftreten:
- geschwollenes, hartes Gesäuge
- Rötung und Wärme
- Schmerz bei Berührung
- Appetitlosigkeit
- Fieber
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- unvollständige Entleerung des Gesäuges
- bakterielle Infektionen
- Verletzungen am Gesäuge
- mangelnde Hygiene
Was Sie tun können
Halten Sie das Nest sauber und beobachten Sie das Gesäuge säugender Tiere. Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung.
Milchstau beim Frettchen (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Milchstau sollte zeitnah, möglichst noch am selben Tag, tierärztlich untersucht werden, sobald das Gesäuge einer säugenden Fähe geschwollen, verhärtet, gerötet oder schmerzhaft wirkt. Je früher die Ursache erkannt wird, desto eher lässt sich eine ausgeprägte Entzündung vermeiden. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn zusätzlich hohes Fieber und deutliche Apathie auftreten, wenn die Haut über dem Gesäuge sich verfärbt oder aufplatzt oder wenn das Tier das Futter vollständig verweigert. Dann ist ohne Verzögerung tierärztliche Hilfe nötig, notfalls über einen Notdienst. Achten Sie außerdem darauf, ob die Jungtiere noch ausreichend trinken und zunehmen, denn eine erkrankte Mutter kann ihren Wurf schnell nicht mehr versorgen. Beobachten Sie die Fähe daher auch nach einem ersten Tierarztbesuch aufmerksam weiter.