Was ist das?
Der Kreuzverschlag (Belastungsmyopathie, Rhabdomyolyse) ist eine schmerzhafte Schädigung der großen Muskeln in Kruppe und Rücken. Unter Belastung zerfallen dabei Muskelfasern, wodurch die betroffene Muskulatur hart, verkrampft und äußerst schmerzhaft wird. Das Pferd bewegt sich steif, will nicht mehr vorwärts und beginnt häufig stark zu schwitzen. Durch den Muskelzerfall gelangen Abbauprodukte ins Blut, die den Harn dunkel verfärben und die Nieren belasten können. Typischerweise tritt der Kreuzverschlag bei intensiver Arbeit auf, oft nach einer Ruhephase bei unveränderter Fütterung. Auch Stoffwechsel- und Fütterungsfaktoren spielen eine Rolle. Wegen der starken Schmerzen und der möglichen Belastung der Nieren gilt der Kreuzverschlag als ernste Erkrankung, die rasches Handeln erfordert.
Typische Anzeichen
Ein Kreuzverschlag tritt meist bei Arbeit auf:
- steifer, klammer Gang
- harte, schmerzhafte Kruppenmuskulatur
- starkes Schwitzen und Festwerden
- dunkler, rotbrauner Harn
Mögliche Ursachen
Verschiedene Faktoren spielen zusammen:
- Arbeit nach Ruhetagen bei voller Fütterung
- Mineralstoff-Ungleichgewicht
- Stoffwechselstörungen wie PSSM
- ungenügendes Aufwärmen
Was Sie tun können
Stoppen Sie sofort jede Arbeit und bewegen Sie das Pferd nicht weiter. Halten Sie es warm und ruhig und rufen Sie den Tierarzt.
Kreuzverschlag beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Der Kreuzverschlag ist ein Notfall, bei dem Sie sofort handeln müssen. Zeigt Ihr Pferd unter oder nach der Arbeit einen plötzlich steifen, klammen Gang mit starkem Schwitzen, harter, schmerzhafter Kruppenmuskulatur und Bewegungsunlust, sollten Sie umgehend den Tierarzt verständigen. Besonders alarmierend ist dunkel bis rotbraun verfärbter Harn, der auf den Zerfall von Muskelfasern hinweist und die Nieren gefährdet. Bewegen Sie das Pferd in dieser Situation nicht weiter, sondern lassen Sie es an Ort und Stelle stehen und halten Sie es warm, bis fachliche Hilfe eintrifft, denn jede weitere Belastung verschlimmert den Muskelschaden. Auch wenn ein Pferd nach dem Antraben festliegt oder nicht mehr weitergehen will, ist dies ein Alarmsignal. Warten Sie nicht ab, sondern holen Sie sofort tierärztliche Hilfe.