Was ist das?
Koppen ist eine Verhaltensstörung, die zu den sogenannten Stereotypien zählt. Dabei spannt das Pferd die Halsmuskulatur an und schluckt Luft, wobei ein typischer rölpsender Laut entsteht. Häufig setzt das Pferd dabei die Schneidezähne auf eine feste Kante wie die Boxentür auf, man spricht dann vom Aufsetzkoppen; beim Freikoppen geschieht dies ohne festen Halt. Als Ursachen gelten unter anderem Stress, Bewegungsmangel, monotone Haltung oder eine reizarme Umgebung. Einmal erlernt, wird das Verhalten oft zur festen Gewohnheit und lässt sich nur schwer wieder abstellen. Koppen ist meist kein akutes Gesundheitsproblem, kann aber auf ungünstige Haltungsbedingungen hinweisen und in manchen Fällen zu Zahnabnutzung oder Verdauungsbeschwerden beitragen.
Typische Anzeichen
Koppen erkennt man am Verhalten:
- Aufsetzen der Schneidezähne auf Kanten
- Anspannen der Halsmuskulatur
- rölpsender Schluckton
- stärker abgenutzte Schneidezähne
Mögliche Ursachen
Koppen wird oft durch die Haltung begünstigt:
- Langeweile und Bewegungsmangel
- wenig Raufutter und lange Fresspausen
- Stress und fehlende Sozialkontakte
- mögliche Veranlagung
Was Sie tun können
Bieten Sie viel Raufutter, Bewegung und Sozialkontakte, um die Auslöser zu verringern. Eine reizvolle, artgerechte Haltung kann das Koppen reduzieren.
Koppen beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Koppen ist in der Regel eine Verhaltensauffälligkeit, die Sie zunächst in Ruhe beobachten können. Achten Sie darauf, unter welchen Umständen Ihr Pferd koppt, und überprüfen Sie die Haltungsbedingungen wie Bewegung, Sozialkontakte und Beschäftigung. Beginnt das Koppen jedoch plötzlich und neu, sollten Sie tierärztlichen Rat einholen, denn ein abrupter Verhaltenswandel kann auf Schmerzen oder Unwohlsein hindeuten. Gleiches gilt, wenn Ihr Pferd dabei an Gewicht verliert, schlechter frisst oder wiederkehrende Verdauungsprobleme zeigt. Auch wenn Koppen selbst kein klassischer Notfall ist, sollten Anzeichen einer Kolik wie Wälzen, Scharren oder auffällige Unruhe stets ernst genommen und umgehend tierärztlich abgeklärt werden, da sie auf eine ernste Erkrankung des Verdauungstrakts hinweisen können.