Was ist das?
Eine stressbedingte Darmlähmung beim Kaninchen ist eine Sonderform der Magen-Darm-Stase, bei der starker seelischer oder körperlicher Stress die Bewegung des Darms zum Erliegen bringt. Ausgeschüttete Stresshormone hemmen die feine Muskeltätigkeit der Darmwand, sodass der Nahrungsbrei nicht mehr weitertransportiert wird und liegen bleibt. Kaninchen sind als Fluchttiere besonders stressempfindlich, weshalb schon ein einschneidendes Erlebnis wie ein Transport, ein lautes Geräusch, ein Umzug oder der Verlust eines Partnertiers die Verdauung stoppen kann. Das ist gefährlich, weil der gestaute Darminhalt eindickt, sich Gase bilden und der Darm vollständig zum Stillstand kommen kann. Ohne rechtzeitige Behandlung droht ein lebensbedrohlicher Verlauf mit starken Schmerzen und Kreislaufbelastung.
Typische Anzeichen
Eine stressbedingte Darmlähmung zeigt sich wie eine Stase:
- Plötzliche Fressunlust nach einem belastenden Ereignis
- Wenig oder kein Kotabsatz
- Rückzug und Teilnahmslosigkeit
- Zähneknirschen vor Unbehagen
- Eingekauerte Haltung
Mögliche Ursachen
Auslöser ist erheblicher Stress:
- Umzug, Transport oder Tierarztbesuch
- Verlust eines Partnertiers
- Laute Geräusche, Hitze oder Bedrohung durch andere Tiere
- Schmerzhafte Eingriffe
Was Sie tun können
Schaffen Sie eine ruhige, vertraute und reizarme Umgebung und bieten Sie Lieblingsfutter sowie Heu an. Vermeiden Sie weitere Aufregung und beobachten Sie Fressen und Kotabsatz.
Stressbedingte Darmlähmung beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Frisst Ihr Kaninchen nach einem stressigen Ereignis mehrere Stunden nicht oder setzt es keinen Kot mehr ab, sollten Sie zeitnah tierärztlichen Rat einholen, denn eine Darmlähmung verschlimmert sich mit jeder Stunde. Achten Sie auch auf kleiner werdende oder ausbleibende Köttel, einen aufgeblähten Bauch und eine zusammengekauerte Haltung. Als sofortiger Notfall gelten eine Futterverweigerung über mehrere Stunden, ein fehlender Kotabsatz mit aufgeblähtem Bauch sowie eine zusammengekauerte Haltung mit Zähneknirschen und Teilnahmslosigkeit. In diesen Fällen ist unverzüglich tierärztliche Hilfe nötig. Weil Kaninchen Schmerzen und Schwäche lange verbergen, sollten Sie im Zweifel lieber früher als später handeln und nicht darauf warten, dass sich das Tier nach dem Stress von selbst beruhigt und wieder frisst.