Was ist das?
Eine Herzrhythmusstörung beim Hund, fachlich Arrhythmie, bedeutet, dass der Herzschlag aus dem gleichmäßigen Takt gerät und das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Im gesunden Herzen sorgt ein feines elektrisches Reizleitungssystem dafür, dass sich die Herzmuskelzellen im richtigen Rhythmus zusammenziehen und das Blut zuverlässig durch den Körper pumpen. Gerät dieser Takt durcheinander, kann das Herz vorübergehend weniger effektiv arbeiten, sodass Organe kurzzeitig schlechter durchblutet werden und der Hund schwach oder kreislaufinstabil wird. Auslöser können Herzerkrankungen, aber auch Störungen im übrigen Körper sein. Manche Rhythmusstörungen bleiben harmlos und unbemerkt, andere sind ernst und belasten den Kreislauf spürbar, weshalb eine tierärztliche Abklärung wichtig ist, um Bedeutung und Ursache der Störung richtig einzuordnen.
Typische Anzeichen
Die Anzeichen hängen davon ab, wie stark der Rhythmus gestört ist. Häufig beobachtete Anzeichen sind:
- plötzliche Schwäche- oder Ohnmachtsanfälle
- nachlassende Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung
- unregelmäßiger oder auffällig schneller Puls
- Husten oder erschwerte Atmung
- Teilnahmslosigkeit oder ungewöhnliche Unruhe
Mögliche Ursachen
Herzrhythmusstörungen können viele Ursachen haben. Mögliche Auslöser sind:
- Erkrankungen des Herzmuskels oder der Herzklappen
- angeborene Herzfehler
- Störungen im Mineralhaushalt oder Stoffwechselerkrankungen
- bestimmte Vergiftungen oder Medikamente
- Erkrankungen anderer Organe wie der Milz oder der Schilddrüse
Was Sie tun können
Vermeiden Sie übermäßige Anstrengung und Aufregung und achten Sie auf eine ruhige Umgebung. Beobachten Sie, ob und wann Schwächeanfälle auftreten, und notieren Sie die Umstände, damit Sie diese der Tierarztpraxis genau schildern können. Halten Sie verordnete Kontrolltermine konsequent ein, da sich Rhythmusstörungen über die Zeit verändern können.
Herzrhythmusstörung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe, wenn Ihr Hund auffällig schwach wirkt, schlecht belastbar ist, wiederkehrende kurze Schwächeanfälle zeigt oder sich sein Zustand verschlechtert. Da eine Herzrhythmusstörung den Kreislauf ernsthaft beeinträchtigen kann, sollten solche Beschwerden zeitnah und nicht erst nach längerem Abwarten untersucht werden. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Hund zusammenbricht oder ohnmächtig wird, in deutliche Atemnot in Ruhe gerät oder seine Schleimhäute an Zahnfleisch und Zunge blass oder bläulich verfärbt sind. In diesen Fällen ist die Blutversorgung akut bedroht, und Sie sollten ohne Verzögerung die nächste Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen. Auch bei einmaligem, kurzem Kollaps ist eine rasche Vorstellung ratsam, um die Ursache sicher einordnen zu lassen.