Was ist das?
Männliche Echsen und Schlangen besitzen zwei Begattungsorgane, die Hemipenes, die normalerweise eingestülpt in Taschen am Schwanzansatz liegen und nur zur Paarung nach außen gestülpt werden. Beim Hemipenisprolaps bleibt ein solcher Hemipenis nach dem Ausstülpen draußen und lässt sich nicht mehr in die Tasche zurückziehen. Ursachen sind häufig Entzündungen, Verletzungen, Verklebungen, Ablagerungen oder eine allgemeine Schwäche des Tieres. Das freiliegende Organ ist empfindlich, trocknet an der Luft aus, schwillt an und kann bei fehlender Versorgung absterben. Ein Hemipenisprolaps betrifft nur männliche Tiere und ist stets ein ernster Notfall. Er darf nicht mit dem normalen, kurzzeitigen Ausstülpen während der Paarung verwechselt werden, bei dem das Organ von selbst wieder verschwindet.
Typische Anzeichen
Anzeichen sind:
- aus der Kloake hervorstehendes Organ am Schwanzansatz
- Schwellung und Rötung
- dunkle Verfärbung bei längerem Bestehen
- Verschmutzung oder Verletzung des Gewebes
- Unbehagen und Lecken an der Stelle
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Entzündungen oder Infektionen im Kloakenbereich
- Verletzungen bei der Paarung
- Verklebungen mit Sekret oder Substrat
- Schwäche durch Allgemeinerkrankungen
Was Sie tun können
Halten Sie das Organ mit lauwarmem Wasser feucht und sauber, damit es nicht austrocknet, und verhindern Sie eine Verschmutzung. Schieben Sie es nicht eigenmächtig zurück.
Hemipenisvorfall (Hemipenisprolaps) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein dauerhaft vorgefallener Hemipenis ist ein Notfall und muss tierärztlich versorgt werden, bevor das Gewebe austrocknet und abstirbt. Suchen Sie umgehend Hilfe, sobald ein Hemipenis über längere Zeit außerhalb der Tasche bleibt und sich nicht von selbst zurückzieht, und halten Sie das Organ bis dahin sauber und feucht, ohne selbst am Gewebe zu ziehen oder zu drücken. Ein sofortiger Notfall besteht besonders, wenn das freiliegende Organ bereits anschwillt, dunkel verfärbt oder verschmutzt ist oder wenn das Tier zusätzlich geschwächt wirkt. Warten Sie nicht ab, ob sich der Vorfall von selbst löst, da mit jeder Stunde die Gefahr eines dauerhaften Schadens steigt. Verständigen Sie bei Bedarf auch außerhalb der Sprechzeiten einen reptilienkundigen Tierarzt oder Notdienst.