Was ist das?
Der Graue Star beim Kaninchen, fachsprachlich Katarakt genannt, ist eine Trübung der normalerweise klaren Augenlinse. Die Linse bündelt einfallendes Licht auf der Netzhaut und ermöglicht so scharfes Sehen. Wird sie trüb, gelangt weniger Licht ins Auge und das Sehvermögen verschlechtert sich zunehmend, bis das betroffene Auge im fortgeschrittenen Fall nahezu blind wird. Erkennbar ist der Graue Star an einer gräulich-weißlichen Verfärbung in der Pupille. Bei Kaninchen ist eine Linsentrübung häufig mit einer E.-cuniculi-Infektion verbunden, bei der ein Parasit die Linse befällt. Deshalb ist der Graue Star oft nicht nur ein Augenproblem, sondern auch ein Hinweis auf diese zugrunde liegende Erkrankung, die den ganzen Körper betreffen kann.
Typische Anzeichen
Ein Grauer Star zeigt sich vor allem an der Linse:
- Eine weißlich-graue, milchige Trübung in der Pupille
- Zunehmende Unsicherheit beim Bewegen in fremder Umgebung
- Anstoßen an Hindernisse
- Vorsichtiges, zögerliches Verhalten
- Meist langsam fortschreitend
Mögliche Ursachen
Eine Linsentrübung hat verschiedene Ursachen:
- Infektion mit E. cuniculi
- Zunehmendes Alter
- Verletzungen der Linse
- Stoffwechselstörungen
Was Sie tun können
Belassen Sie die Einrichtung des Geheges möglichst unverändert, damit sich das sehbehinderte Tier zurechtfindet, und vermeiden Sie Hindernisse. Beobachten Sie, ob weitere Anzeichen einer Grunderkrankung auftreten.
Grauer Star beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Linsentrübung sollte tierärztlich abgeklärt werden, auch um eine zugrunde liegende E.-cuniculi-Infektion zu erkennen und das andere Auge sowie den Allgemeinzustand zu schützen. Warten Sie nicht zu lange, wenn Sie eine gräulich-weiße Verfärbung in der Pupille bemerken oder Ihr Kaninchen unsicherer wirkt und häufiger anstößt. Meist handelt es sich beim Grauen Star selbst nicht um einen akuten Notfall, sodass ein zeitnah geplanter Termin ausreicht. Dringlicher wird es jedoch, wenn das Auge zusätzlich schmerzt, gerötet ist oder stärker tränt, oder wenn das Tier gleichzeitig eine Kopfschiefhaltung, Koordinationsstörungen oder eine deutliche Fressunlust zeigt, denn diese können auf eine aktive E.-cuniculi-Infektion hindeuten. Eine frühe Abklärung hilft, das verbliebene Sehvermögen und die Gesundheit des Tieres zu erhalten.