Was ist das?
Ein Giardienbefall bei Exoten, fachlich Giardiose genannt, ist eine Darminfektion durch einzellige Parasiten, die Giardien. Diese Erreger siedeln sich in der Darmschleimhaut an und stören dort die Aufnahme von Nährstoffen, wodurch häufig ein hartnäckiger, wiederkehrender Durchfall entsteht. Aufgenommen werden Giardien meist über verunreinigtes Wasser, Futter oder Kot, sodass sich der Befall in Beständen unter beengten Bedingungen leicht ausbreiten kann. Für das Tier bedeutet die gestörte Nährstoffaufnahme, dass es trotz normalen Fressens abmagern und an Kraft verlieren kann. Besonders Jungtiere und bereits geschwächte Tiere sind gefährdet, da sie den Nährstoffverlust schlechter ausgleichen können. Ohne Behandlung kann sich ein Giardienbefall lange hinziehen und das betroffene Tier durch anhaltenden Durchfall und eine fortschreitende Abmagerung zunehmend schwächen.
Typische Anzeichen
Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- breiiger, übelriechender Durchfall
- Abmagerung trotz Fressen
- stumpfes Fell
- Schwäche
- Blähungen
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- Aufnahme von Zysten über Wasser oder Futter
- mangelnde Hygiene
- Kontakt zu befallenen Tieren
- geschwächtes Immunsystem
Was Sie tun können
Halten Sie Wasser und Futter sauber und reinigen Sie das Gehege gründlich. Lassen Sie bei Durchfall eine Kotprobe untersuchen.
Giardienbefall bei Exoten (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Verdacht auf einen Giardienbefall sollten Sie eine Praxis aufsuchen, wenn der Durchfall anhält oder immer wiederkehrt oder wenn Ihr Tier trotz Fressens abmagert. Eine frühzeitige Abklärung ist wichtig, da sich der Befall sonst hinzieht und das Tier zunehmend schwächt. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn der Durchfall anhält und mit einer raschen Abmagerung einhergeht, wenn Ihr Tier deutlich ausgetrocknet und geschwächt wirkt oder wenn Teilnahmslosigkeit oder eine Futterverweigerung hinzukommen. In diesen Fällen ist umgehende tierärztliche Hilfe nötig. Warten Sie bei anhaltendem Durchfall nicht ab und behandeln Sie nicht auf eigene Faust. Da Giardien nur über eine Kotuntersuchung sicher nachgewiesen werden, ist eine fachkundige Abklärung entscheidend, um gezielt zu behandeln und eine Ausbreitung im Bestand zu verhindern.