Was ist das?
Ein Gesäugetumor, in der Fachsprache auch Mammatumor genannt, ist eine Gewebeneubildung in der Milchleiste der Hündin. Solche Tumoren zählen zu den häufigsten Tumorarten bei Hündinnen und treten vor allem bei älteren, nicht kastrierten Tieren auf, da die Geschlechtshormone ihre Entstehung begünstigen. Sie können einzeln oder mehrfach entlang der Milchleiste vorkommen und sowohl gutartig als auch bösartig sein. Da sich anhand von Größe, Lage oder Aussehen von außen nicht sicher beurteilen lässt, um welche Art es sich handelt, sollte grundsätzlich jeder Knoten im Bereich des Gesäuges ernst genommen werden. Für die Hündin kann ein Gesäugetumor je nach Art harmlos bleiben oder aber ernste Folgen haben, weshalb eine genaue Abklärung wichtig ist.
Typische Anzeichen
Gesäugetumoren machen sich meist als tastbare Veränderungen im Bereich der Milchleiste bemerkbar. Achten Sie auf:
- ein oder mehrere Knoten entlang der Zitzenreihen
- Größenzunahme einer vorhandenen Umfangsvermehrung
- Rötung, Wärme oder Geschwüre an der Stelle
- Schmerzempfindlichkeit beim Berühren
- Absonderungen aus den Zitzen
Mögliche Ursachen
Die Entstehung wird vor allem durch hormonelle Einflüsse begünstigt. Mögliche Faktoren sind:
- nicht erfolgte Kastration
- höheres Lebensalter
- hormonelle Schwankungen über das Leben hinweg
- erbliche Veranlagung
Was Sie tun können
Tasten Sie die Milchleiste Ihrer Hündin regelmäßig vorsichtig ab und achten Sie auf neue oder wachsende Knoten. Notieren Sie Lage und Größe der Veränderungen, idealerweise mit Datum, um das Wachstum beurteilen zu können. Vermeiden Sie es, an der Stelle zu drücken oder zu reizen.
Gesäugetumor beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Jeden neu entdeckten Knoten im Bereich des Gesäuges sollten Sie tierärztlich abklären lassen, insbesondere wenn er wächst, sich verändert oder mehrere Knoten entlang der Milchleiste auftreten. Da ein Gesäugetumor als dringend gilt, ist eine frühzeitige Untersuchung für das weitere Vorgehen entscheidend und verbessert die Beurteilbarkeit. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn ein Knoten aufplatzt und stark blutet, wenn Fieber, ausgeprägte Mattigkeit und Atemnot hinzukommen oder wenn Ihre Hündin blasse Schleimhäute zeigt oder zusammenbricht. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung die nächste Tierklinik oder den tierärztlichen Notdienst aufsuchen. Bei einem neuen, aber unauffälligen Knoten genügt in der Regel eine zeitnahe Vorstellung in der Tierarztpraxis zur genaueren Untersuchung. Kontrollieren Sie das Gesäuge Ihrer Hündin zudem regelmäßig, damit Ihnen Veränderungen früh auffallen.