Was ist das?
Ein Sehverlust beim Kaninchen bedeutet, dass das Tier auf einem oder beiden Augen schlechter sieht oder ganz erblindet. Da sich Kaninchen im Alltag stark auf Gehör, Geruchssinn und ihre Tasthaare verlassen, fällt ein nachlassendes Sehvermögen den Haltern häufig erst spät auf, denn in vertrauter Umgebung finden sich die Tiere zunächst gut zurecht. Ursachen können Augenerkrankungen wie eine Linsentrübung, Entzündungen, Verletzungen oder Störungen im Gehirn sein. Das ist bedeutsam, weil ein plötzlicher Sehverlust auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung von Auge oder Gehirn hinweisen kann und das Tier in fremder oder veränderter Umgebung verunsichert und stressanfälliger reagiert. Viele Kaninchen passen sich bei langsamem Verlauf jedoch erstaunlich gut an.
Typische Anzeichen
Ein Sehverlust zeigt sich am Verhalten:
- Anstoßen an Hindernisse, besonders in neuer Umgebung
- Vorsichtiges, zögerliches Bewegen
- Erschrecken bei plötzlicher Annäherung
- Veränderte oder trübe Augen
- Verstärkter Einsatz der Tasthaare
Mögliche Ursachen
Ein Sehverlust hat verschiedene Ursachen:
- Linsentrübung, etwa durch E. cuniculi
- Verletzungen oder Entzündungen des Auges
- Erkrankungen der Netzhaut
- Veränderungen im Gehirn
Was Sie tun können
Lassen Sie die Einrichtung des Geheges möglichst unverändert, damit sich das Tier orientieren kann, und kündigen Sie sich durch ruhiges Sprechen an. Vermeiden Sie Hindernisse und Höhenunterschiede.
Sehverlust beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Sehverlust sollte tierärztlich beobachtet und abgeklärt werden. Bemerken Sie, dass Ihr Kaninchen an Gegenstände stößt, schreckhafter wird oder ein Auge trüb, gerötet oder verändert wirkt, sollten Sie einen Termin vereinbaren, denn gerade bei einem plötzlichen Sehverlust kann eine behandelbare Ursache vorliegen, und das zweite Auge sollte geschützt werden. Beobachten Sie im Verlauf, ob sich das Tier weiter gut orientiert, normal frisst und sicher bewegt. Verschlechtert sich der Zustand rasch, kommen Schmerzanzeichen wie Zusammenkneifen und Tränen hinzu oder treten weitere Symptome wie Kopfschiefhaltung oder Taumeln auf, sollten Sie zeitnah handeln. Halten Sie die Umgebung eines sehschwachen Kaninchens möglichst unverändert, um ihm Sicherheit zu geben.