Was ist das?
Eine Blutarmut, medizinisch Anämie, ist ein Mangel an roten Blutkörperchen oder an rotem Blutfarbstoff im Blut. Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff aus der Lunge in den ganzen Körper, und bei einer Anämie werden die Organe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Das Tier wird dadurch schwach, träge und weniger belastbar, und die Schleimhäute erscheinen auffällig blass. Bei Reptilien zählen ein starker Parasiten- oder Milbenbefall mit anhaltendem Blutverlust, chronische Erkrankungen sowie Blutungen durch Verletzungen zu den häufigsten Ursachen. Die Anämie ist dabei selten das eigentliche Problem, sondern meist das Zeichen einer dahinterstehenden Grunderkrankung. Je nach Ursache und Ausmaß kann sie sich langsam entwickeln oder rasch bedrohlich werden.
Typische Anzeichen
Anzeichen einer Blutarmut sind:
- blasse Schleimhäute, etwa im Maul
- Schwäche und rasche Erschöpfung
- Trägheit und Bewegungsunlust
- Appetitlosigkeit
- Teilnahmslosigkeit
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- starker Milben- oder Parasitenbefall mit Blutverlust
- chronische Erkrankungen wie Nieren- oder Lebererkrankungen
- Blutungen durch Verletzungen
- Mangelernährung
Was Sie tun können
Bekämpfen Sie einen erkannten Parasiten- oder Milbenbefall und sorgen Sie für eine gute, ausgewogene Ernährung. Beobachten Sie die Schleimhautfarbe und das Allgemeinbefinden.
Blutarmut (Anämie) bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Blutarmut sollte immer tierärztlich abgeklärt werden, da ihr meist eine ernste Grunderkrankung zugrunde liegt. Vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei einem reptilienkundigen Tierarzt, wenn Ihnen blasse Schleimhäute, anhaltende Schwäche, Teilnahmslosigkeit oder ein sichtbarer Parasiten- beziehungsweise Milbenbefall auffallen. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn die Schleimhäute sehr blass sind und das Tier gleichzeitig ausgeprägt schwach wirkt, wenn es zusammenbricht oder bewegungsunfähig ist, oder wenn eine sichtbare Blutung als mögliche Ursache besteht. In diesen Fällen müssen Sie das Tier ohne Verzögerung in tierärztliche Behandlung bringen. Aber auch ohne akute Alarmzeichen gilt: Je früher die Ursache der Blutarmut gefunden wird, desto besser lässt sich das Tier stabilisieren und die Grunderkrankung behandeln.