Was ist das?
Eine Bisswunde entsteht, wenn ein anderes Tier mit seinen Zähnen in die Haut Ihres Hundes eindringt. Solche Wunden sehen von außen oft kleiner und harmloser aus, als sie tatsächlich sind, weil unter der scheinbar kleinen Einstichstelle größere Gewebeschäden entstehen können. Beim Zubeißen werden Haut, Muskeln und tiefer liegendes Gewebe gequetscht und zerrissen, und über die Zähne gelangen viele Bakterien tief in die Wunde. Dadurch ist das Risiko einer Infektion besonders hoch, und häufig entwickeln sich aus zunächst harmlos wirkenden Bisswunden später Abszesse. Besonders Bisse am Brustkorb, Bauch oder Hals können ernste innere Schäden verursachen. Für Ihren Hund kann eine Bisswunde daher mehr Schaden anrichten, als äußerlich sichtbar ist, weshalb sie trotz kleiner Wundöffnung ernst genommen und beobachtet werden sollte.
Typische Anzeichen
Bisswunden zeigen sich nicht immer offensichtlich. Achten Sie auf:
- kleine Einstichstellen oder Risse in der Haut
- Schwellung und Schmerzhaftigkeit der Stelle
- Blutungen oder feuchtes, verklebtes Fell
- Lahmheit, wenn ein Bein betroffen ist
- spätere Eiteransammlungen oder Fieber
Mögliche Ursachen
Bisswunden entstehen durch Auseinandersetzungen oder Kontakt mit anderen Tieren. Häufige Umstände sind:
- Raufereien mit anderen Hunden
- Begegnungen mit Katzen oder Wildtieren
- Spielverhalten, das eskaliert
- Konflikte um Futter oder Reviergrenzen
Was Sie tun können
Halten Sie Ihren Hund ruhig und untersuchen Sie ihn vorsichtig auf weitere Bissstellen, da oft mehrere vorhanden sind. Bei Blutungen können Sie mit einem sauberen Tuch leichten Druck ausüben. Hindern Sie Ihren Hund am Lecken und vermeiden Sie es, die Wunde zu verschließen.
Bisswunde beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bisswunden sollten möglichst zeitnah tierärztlich versorgt werden, da das Infektionsrisiko hoch ist, auch wenn die Wunde klein und unauffällig wirkt. Da unter der Haut größere Schäden verborgen sein können, ist eine fachgerechte Beurteilung wichtig, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Bei Schwellung, Fieber, Eiterbildung oder wenn Ihr Hund die Stelle vermehrt beleckt und schont, ist eine rasche Vorstellung besonders wichtig. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn eine starke, nicht stillbare Blutung auftritt, wenn Ihr Hund hohes Fieber, ausgeprägte Schwäche oder einen Kreislaufkollaps zeigt oder wenn sich die Bisswunde am Brustkorb, Bauch oder Hals befindet und Atemnot hinzukommt. In diesen Fällen sollten Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder Klinik aufsuchen, damit Ihrem Hund rasch geholfen werden kann.