Eine starke Blutung beim Pferd wirkt bedrohlich, lässt sich mit ruhigem Vorgehen aber meist bis zum Eintreffen des Tierarztes kontrollieren. Weil Pferde Fluchttiere sind, ist Ihre eigene Sicherheit hier besonders wichtig: Ein verletztes Pferd kann unvermittelt steigen, ausschlagen oder losgaloppieren. Bewahren Sie deshalb selbst Ruhe, sprechen Sie beruhigend und nähern Sie sich seitlich, niemals direkt von hinten. Das Grundprinzip lautet: das Pferd sichern, die eigene Position schützen und die Blutung durch festen Druck stillen. Halten Sie ausreichend Abstand zu Hinterhand und Hufen und lassen Sie sich möglichst von einer zweiten Person helfen. Je stärker die Blutung ist oder je näher sie an Gelenken und Sehnen liegt, desto dringender müssen Sie parallel den Tierarzt oder Notdienst verständigen.
Sofort tun
- Beruhigen und sichern Sie das Pferd, sprechen Sie ruhig und nähern Sie sich seitlich, niemals von hinten.
- Achten Sie auf ausreichend Abstand zur Hinterhand und holen Sie nach Möglichkeit eine zweite Person zur Unterstützung.
- Pressen Sie eine saubere Kompresse fest auf die Wunde.
- Legen Sie darüber einen Druckverband mit einer elastischen Bandage an, ohne die Wunde eng abzuschnüren.
- Rufen Sie sofort den Tierarzt oder Notdienst.
Nicht tun
- Nicht hinter das Pferd treten, Tritt- und Schlaggefahr beachten
- Durchgeblutete Verbände nicht entfernen
- Wunde nicht eng abschnüren
Wann sofort in die Klinik
Bei spritzender Blutung oder Wunden an Gelenken und Sehnen sofort den Notdienst rufen. Dieser Text ersetzt keinen Tierarzt.