Was bedeutet das?
Eine Unterzuckerung ist ein zu niedriger Blutzuckerspiegel, der das Gehirn rasch beeinträchtigt, weil ihm der wichtigste Energieträger fehlt. Betroffene Tiere wirken schwach, zittrig, benommen und reagieren verlangsamt. Bei Frettchen ist eine Unterzuckerung oft Folge eines Insulinoms, eines Tumors der Bauchspeicheldrüse, der zu viel Insulin bildet und den Blutzucker immer wieder absenkt. Auch lange Fresspausen oder andere Stoffwechselstörungen können den Zucker absinken lassen. Weil das Gehirn sehr empfindlich auf Zuckermangel reagiert, können sich die Zeichen schnell verschlimmern und bis zu Krämpfen und Bewusstlosigkeit führen. Deshalb sind Schwäche, Zittern und Benommenheit ernste Warnsignale. Achten Sie besonders bei bekanntem Insulinom auf solche Zeichen und beobachten Sie, ob sie nach dem Fressen nachlassen.
Worauf Sie achten sollten
Beobachten Sie Verhalten und Bewegung:
- Wirkt das Tier schwach, zittrig oder benommen?
- Starrt es ins Leere oder speichelt es?
- Tritt das vor allem bei längeren Fresspausen auf?
Zeichen einer Unterzuckerung (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Zeichen einer Unterzuckerung sind ein Notfall und erfordern sofortige tierärztliche Hilfe, denn ein anhaltend niedriger Blutzucker kann das Gehirn schwer schädigen. Kontaktieren Sie umgehend eine auf Exoten eingerichtete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier ohne Verzögerung dort vor, sobald es schwach, zittrig oder benommen wird und sich nicht rasch erholt. Ein sofortiger Notfall liegt besonders dann vor, wenn Schwäche und Zittern in Krämpfe übergehen oder wenn Bewusstlosigkeit oder starkes Speicheln hinzukommen, denn dann ist der Zustand lebensbedrohlich. Wenn Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt Ihnen für ein bekanntes Insulinom ein konkretes Vorgehen für solche Situationen erklärt hat, folgen Sie genau diesen Anweisungen. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los und halten Sie sich nicht mit weiteren Anrufen auf.