Was bedeutet das?
Kein Harnabsatz bedeutet, dass Ihr Nagetier trotz sichtbaren Pressens keinen oder nur einzelne Tropfen Urin absetzen kann. Fachlich spricht man von Harnverhalt. Meist verstopft ein Blasenstein, Grieß oder ein Pfropf die enge Harnröhre, sodass der Urin nicht mehr abfließen kann. Der Harn staut sich dann zurück in Blase und Nieren, was sehr schmerzhaft ist und schnell gefährlich wird. Weil die Nieren den Urin und die darin gelösten Giftstoffe nicht mehr ausscheiden können, vergiftet sich der Körper von innen, und ohne Entlastung kann die überdehnte Blase reißen. Betroffene Tiere pressen angestrengt, wirken unruhig oder apathisch und zeigen oft einen berührungsempfindlichen, harten Bauch. Dieser Zustand ist ein hochakuter Notfall, bei dem jede Stunde zählt und der keinen Aufschub duldet.
Worauf Sie achten sollten
Achten Sie auf folgende Zeichen:
- Erfolgloses, schmerzhaftes Pressen
- Praller, druckempfindlicher Bauch
- Unruhe und Schmerzlaute
- Apathie und Fressunlust
Kein Harnabsatz bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ausbleibender Harnabsatz ist bei Nagetieren ein lebensbedrohlicher Notfall. Wenn Ihr Tier über Stunden erfolglos presst und trotz Anstrengung keinen Urin mehr entleert, kontaktieren Sie umgehend – auch nachts, am Wochenende oder an Feiertagen – eine für Nagetiere geeignete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier ohne Verzögerung dort vor. Jede weitere Stunde ohne Harnabsatz verschlechtert den Zustand, weil sich Giftstoffe im Körper anstauen und die überdehnte Blase reißen kann. Warten Sie unter keinen Umständen ab, ob sich der Harnabsatz von selbst wieder einstellt. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit man Sie erwartet; erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los, ohne die Fahrt durch weitere Anrufe aufzuhalten.