Was ist das?
Beim Schnabel- und Krallenüberwuchs wächst das Horn von Schnabel oder Krallen schneller, als es sich abnutzt. Schildkröten besitzen statt Zähnen eine scharfe Hornschnabelkante, die sich beim Fressen an harter, faserreicher Nahrung natürlich abschleift. Die Krallen wiederum nutzen sich beim Laufen und Graben auf rauem Untergrund ab. Fehlen diese natürlichen Abnutzungsreize, etwa bei zu weichem Futter oder glattem Boden, oder liegt eine Stoffwechselstörung vor, wachsen Schnabel und Krallen unkontrolliert weiter. Ein überwachsener Schnabel kann sich verformen und das Fressen erschweren, zu lange Krallen behindern das Laufen und können abbrechen oder einreißen. Der Überwuchs ist meist ein Zeichen für Haltungs- oder Ernährungsfehler und entwickelt sich langsam über längere Zeit.
Typische Anzeichen
Auf einen Überwuchs deuten hin:
- zu lange, gebogene oder eingerollte Krallen
- verformter, übermäßig langer Schnabel
- Schwierigkeiten beim Fressen
- Probleme beim Laufen oder Klettern
- gelegentlich Verletzungen durch hängenbleiben
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- zu weiches Futter ohne Abnutzungsreiz
- glatte Böden ohne raue Flächen
- Bewegungsmangel
- Stoffwechselstörungen wie MBD
- Fehlstellungen
Was Sie tun können
Bieten Sie raue Flächen, harte Kletter- und Grabmöglichkeiten und faserreiches Futter an, damit sich Krallen und Schnabel natürlich abnutzen. Beobachten Sie das Wachstum regelmäßig.
Schnabel- und Krallenüberwuchs bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein leichter Überwuchs kann zunächst beobachtet werden, wobei Sie das Futter und den Untergrund so anpassen sollten, dass sich Schnabel und Krallen wieder besser abnutzen. Behindert der Überwuchs jedoch erkennbar das Fressen oder die Bewegung, verformt sich der Schnabel oder reißen Krallen ein, sollten Schnabel oder Krallen fachgerecht beim Tierarzt gekürzt werden. Versuchen Sie das Kürzen nicht selbst, da unsachgemäßes Vorgehen zu Verletzungen, Blutungen und Schmerzen führen kann, weil in Schnabel und Krallen empfindliche, durchblutete Bereiche liegen. Kehrt der Überwuchs trotz angepasster Haltung immer wieder, ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll, da eine Stoffwechselstörung dahinterstecken kann. So lässt sich sicherstellen, dass das Tier ungehindert fressen und sich bewegen kann und keine Folgeschäden entstehen.