Was ist das?
Die Scheinträchtigkeit ist ein hormonell bedingter Zustand, bei dem eine nicht tragende Hündin körperliche und verhaltensbezogene Anzeichen einer Trächtigkeit entwickelt. Sie tritt einige Wochen nach der Läufigkeit auf und beruht auf den natürlichen Hormonschwankungen im Zyklus. Die Hündin kann dann Nestbauverhalten zeigen und sogar Milch bilden. Es handelt sich um ein recht häufiges und an sich natürliches Geschehen, das jedoch belastend sein kann.
Typische Anzeichen
Die Anzeichen ähneln denen einer echten Trächtigkeit. Achten Sie auf:
- Anschwellen des Gesäuges, manchmal mit Milchbildung
- Nestbauverhalten und Anhänglichkeit oder Unruhe
- Bemuttern von Spielzeug oder anderen Gegenständen
- verändertes Fressverhalten
- gedämpfte Stimmung oder Reizbarkeit
Mögliche Ursachen
Die Scheinträchtigkeit beruht auf hormonellen Vorgängen nach der Läufigkeit. Wesentliche Faktoren sind:
- der natürliche Hormonverlauf im Zyklus
- der Abfall bestimmter Hormone einige Wochen nach der Läufigkeit
- individuelle Veranlagung mancher Hündinnen
- nicht erfolgte Kastration
Was Sie tun können
Vermeiden Sie es, das Gesäuge zu reizen oder die Milchbildung anzuregen, etwa durch Streicheln oder Massieren der Zitzen. Lenken Sie Ihre Hündin mit Spaziergängen und Beschäftigung ab und entfernen Sie bei Bedarf vorsichtig bemutterte Gegenstände. Beobachten Sie, ob die Anzeichen von selbst nachlassen.
Wann zum Tierarzt
Wenn die Scheinträchtigkeit lange anhält, das Gesäuge sich entzündet oder Ihre Hündin stark leidet, sollten Sie eine Tierarztpraxis aufsuchen. Auch bei wiederkehrenden, ausgeprägten Episoden ist eine Beratung sinnvoll.