Was ist das?
Beim Scheidenvorfall wölbt sich Gewebe der Scheidenschleimhaut nach außen und tritt sichtbar zwischen den Schamlippen der Hündin hervor. Im Körper schwillt die Schleimhaut an, meist unter dem Einfluss der Geschlechtshormone während der Läufigkeit, sodass sich Falten oder ein Wulst des Gewebes nach vorne schieben. Häufig tritt der Vorfall also im Zusammenhang mit dem Zyklus auf, seltener rund um die Geburt. Das vorgefallene Gewebe liegt ungeschützt außerhalb des Körpers und kann dadurch austrocknen, sich entzünden oder verletzt werden. Für die Hündin ist ein Scheidenvorfall oft unangenehm und führt dazu, dass sie vermehrt an der Scheide leckt. Auch wenn er beunruhigend aussieht, ist er meist gut zu erkennen und sollte tierärztlich abgeklärt werden, um Schäden am Gewebe zu vermeiden.
Typische Anzeichen
Der Scheidenvorfall zeigt sich durch sichtbares Gewebe im Genitalbereich. Achten Sie auf:
- rötliches, geschwollenes Gewebe, das aus der Scheide hervortritt
- vermehrtes Lecken der Genitalregion
- Ausfluss oder feuchte Stelle
- Unbehagen beim Sitzen oder Liegen
- mögliche Verschmutzung oder Austrocknung des Gewebes
Mögliche Ursachen
Der Scheidenvorfall steht meist mit hormonellen Vorgängen in Verbindung. Begünstigende Faktoren sind:
- die Läufigkeit mit hormoneller Schwellung der Schleimhaut
- starkes Pressen, etwa bei der Geburt
- individuelle Veranlagung mancher Hündinnen
- erhöhter Druck im Beckenbereich
Was Sie tun können
Halten Sie das vorgefallene Gewebe sauber und feucht, etwa mit einer sterilen, feuchten Kompresse, und schützen Sie es vor Verschmutzung. Hindern Sie Ihre Hündin am Lecken, um Verletzungen zu vermeiden. Versuchen Sie nicht, das Gewebe selbst zurückzuschieben.
Scheidenvorfall beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Scheidenvorfall sollte grundsätzlich zeitnah in einer Tierarztpraxis begutachtet werden, da das vorgefallene Gewebe außerhalb des Körpers ungeschützt liegt. Besonders wichtig ist eine rasche Vorstellung, wenn das Gewebe austrocknet, verletzt oder verschmutzt ist oder Ihre Hündin stark daran leckt. Auch wenn der Vorfall sich nicht von selbst zurückbildet oder immer wieder auftritt, ist eine fachgerechte Beurteilung nötig. Zu einem sofortigen Notfall wird die Situation, wenn Ihre Hündin keinen Harn mehr absetzen kann oder stark presst, wenn das vorgefallene Gewebe stark blutet oder erheblich verletzt ist, oder wenn Anzeichen einer Kreislaufschwäche wie Kollaps oder blasse Schleimhäute auftreten. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung eine Praxis oder Klinik aufsuchen, um Ihre Hündin umgehend versorgen zu lassen.