Was ist das?
Bei haltungsbedingten Lähmungserscheinungen werden Muskeln und Knochen durch dauerhaften Bewegungsmangel, zu enge Käfige oder eine einseitige Fütterung geschwächt. Wenn Tiere sich kaum bewegen können oder ihnen wichtige Nährstoffe wie Kalzium und Vitamine fehlen, bauen die Muskeln ab und die Knochen werden instabil und weich. Die Folge sind zunehmende Schwäche, ein unsicherer, wackliger Gang bis hin zu Lähmungen, vor allem der Hinterhand. Anders als bei einer Verletzung entsteht dieser Zustand nicht plötzlich, sondern schleichend über Wochen und Monate. Das Tückische daran ist, dass die Ursache in der Haltung und Ernährung liegt und sich durch bessere Bedingungen oft bessern lässt, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.
Typische Anzeichen
Solche Erscheinungen entwickeln sich allmählich:
- Schwacher, wackeliger oder breitbeiniger Gang
- Schwierigkeiten, die Hinterhand zu heben
- Vermehrtes Liegen und Bewegungsunlust
- Muskelschwund an den Hinterbeinen
Mögliche Ursachen
Ursachen liegen in Haltung und Versorgung:
- Zu kleine Käfige mit zu wenig Auslauf
- Bewegungsmangel über lange Zeit
- Mangel an Kalzium, Vitamin D oder anderen Nährstoffen
- Übergewicht
Was Sie tun können
Sorgen Sie für ausreichend Platz, täglichen Auslauf und eine ausgewogene Fütterung. Gestalten Sie das Gehege so, dass das Tier zur Bewegung angeregt wird.
Haltungsbedingte Lähmungserscheinungen bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei zunehmender Schwäche, einem unsicheren Gang oder beginnenden Lähmungserscheinungen sollte ein Tierarzt mögliche Nährstoffmängel und andere Ursachen abklären und zugleich die Haltung und Fütterung überprüfen. Weil sich der Zustand schleichend entwickelt, ist es wichtig, schon frühe Zeichen ernst zu nehmen, denn je eher gegengesteuert wird, desto besser lässt sich der Muskel- und Knochenabbau aufhalten. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn plötzlich eine vollständige Lähmung der Hinterhand auftritt, denn dann muss rasch nach der Ursache gesucht werden. Ebenso dürfen Sie nicht abwarten, wenn Ihr Tier Futter und Wasser verweigert und teilnahmslos wird. In diesen Fällen suchen Sie umgehend tierärztliche Hilfe auf, um das Tier zu stützen und Folgeschäden zu begrenzen.