Was ist das?
Rachitis ist eine Knochenerkrankung wachsender Jungtiere, bei der die Knochen nicht ausreichend mit Mineralstoffen versorgt werden und dadurch weich und verformbar bleiben. Ursache ist ein Mangel an Vitamin D, Kalzium oder Phosphor, die gemeinsam für stabile, belastbare Knochen sorgen. Vitamin D wird unter anderem mithilfe von Sonnenlicht gebildet und ermöglicht dem Körper überhaupt erst, Kalzium aus der Nahrung aufzunehmen. Fehlt es, können die Knochen das nötige Mineral nicht einlagern und verbiegen sich unter dem Körpergewicht des heranwachsenden Tieres. So entstehen krumme Gliedmaßen, Fehlstellungen und Wachstumsstörungen. Weil sich das Skelett in dieser Lebensphase noch entwickelt, sind eine ausgewogene Fütterung und geeignete Haltungsbedingungen für Jungtiere besonders wichtig, um Rachitis vorzubeugen.
Typische Anzeichen
Rachitis zeigt sich am Skelett wachsender Tiere:
- Verbogene oder verdickte Gliedmaßen
- Schwacher, wackeliger Gang und Lahmheit
- Wachstumsstörungen und geringe Größe
- Erhöhte Bruchanfälligkeit der Knochen
Mögliche Ursachen
Rachitis entsteht durch eine Mangelversorgung im Wachstum:
- Zu wenig Vitamin D, etwa durch fehlendes Tageslicht
- Kalzium- oder Phosphormangel
- Ein ungünstiges Verhältnis dieser Stoffe im Futter
- Einseitige Fütterung der Jungtiere
Was Sie tun können
Sorgen Sie für eine ausgewogene Fütterung wachsender Tiere und für ausreichend Tageslicht. Bieten Sie geeignetes Futter mit angemessenem Mineralstoffgehalt an.
Rachitis bei jungen Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Anzeichen wie verbogenen oder verdickten Gliedmaßen, Lahmheit, ungeschicktem Bewegungsablauf oder allgemeinen Wachstumsstörungen sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen, damit dieser den Mineralstoff- und Vitaminhaushalt des Jungtieres überprüfen kann. Je früher gegengesteuert wird, desto besser lassen sich bleibende Fehlstellungen des noch weichen Skeletts vermeiden. Warten Sie deshalb nicht ab, wenn Ihnen Auffälligkeiten am Bewegungsapparat auffallen. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn es bei ganz normaler Bewegung zu einem Knochenbruch kommt, wenn Muskelzittern oder krampfartige Anfälle auftreten oder wenn das Tier das Futter verweigert und zunehmend schwächer wird. In diesen Fällen müssen Sie umgehend tierärztliche Hilfe suchen, notfalls über einen tierärztlichen Notdienst, da solche Zeichen auf eine schwere Störung des Mineralstoffhaushalts hindeuten.