Was ist das?
Eine Nebennierenerkrankung ist eine Störung der Nebennieren, kleiner Hormondrüsen oberhalb der Nieren, die unter anderem Stresshormone bilden. Bei diesem Krankheitsbild produzieren die Drüsen zu viele dieser Hormone, häufig ausgelöst durch eine Vergrößerung oder einen Tumor der Nebenniere. Das dauerhafte Übermaß an Hormonen belastet den gesamten Körper und stört zahlreiche Abläufe im Stoffwechsel. Typische Folgen sind Haarausfall, eine dünner werdende Haut, vermehrtes Trinken sowie eine geschwächte Abwehr, die das Tier anfälliger für Infekte macht. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend über längere Zeit, sodass die Veränderungen zunächst leicht übersehen werden. Sie betrifft bevorzugt ältere Nagetiere und schreitet ohne Behandlung langsam voran.
Typische Anzeichen
Eine Nebennierenerkrankung zeigt sich über Fell und Stoffwechsel:
- Symmetrischer Haarausfall am Rumpf
- Dünne, empfindliche Haut
- Vermehrtes Trinken und Harnen
- Erhöhte Infektanfälligkeit
- Manchmal verändertes Verhalten
Mögliche Ursachen
Die Überfunktion entsteht meist durch eine veränderte Drüse:
- Eine Vergrößerung oder ein Tumor der Nebenniere
- Eine Störung der übergeordneten Hormonsteuerung
- Hohes Alter
- Hormonelle Veranlagung
Was Sie tun können
Beobachten Sie Fell, Haut, Trinkmenge und Verhalten und sorgen Sie für eine stressarme Haltung. Eine Behandlung sollte tierärztlich abgestimmt werden.
Nebennierenerkrankung bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Weil sich eine Nebennierenerkrankung schleichend entwickelt, sollte ein Tierarzt frühzeitig den Hormonhaushalt abklären, sobald verdächtige Anzeichen auftreten. Stellen Sie Ihr Tier vor, wenn es symmetrisch, also an beiden Körperseiten gleichmäßig, Fell verliert, auffällig viel trinkt oder die Haut dünner wirkt. Auch nachlassende Aktivität oder wiederkehrende Infekte sind Gründe für eine Untersuchung. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn das Tier plötzlich schwach wird oder zusammenbricht, Futter und Wasser vollständig verweigert oder rasch fortschreitend teilnahmslos wird. Solche Zeichen deuten auf eine ernste Entgleisung des Hormonhaushalts hin. In diesen Fällen sollten Sie ohne Verzögerung tierärztliche Hilfe aufsuchen, während bei langsam fortschreitenden Beschwerden ein zeitnaher, aber planbarer Termin ausreicht.