Was ist das?
Ein Gesäugetumor (Mammatumor) ist eine Geschwulst, die aus dem Milchdrüsengewebe hervorgeht. Besonders weibliche Ratten neigen sehr stark zu solchen Tumoren, weil ihr Milchdrüsengewebe weit über den Körper verteilt ist und empfindlich auf Hormone reagiert. Viele dieser Geschwülste sind zunächst gutartig, können jedoch sehr groß werden, das Tier beim Bewegen behindern und schließlich aufplatzen, wodurch offene, blutende Wunden entstehen. Manche Gesäugetumoren sind bösartig und können in andere Organe streuen. Von außen lässt sich die Art des Tumors oft nicht sicher beurteilen. Weil kleinere Geschwülste deutlich leichter zu behandeln sind als große, ist eine frühzeitige Beurteilung wichtig, sobald ein neuer Knoten am Gesäuge auffällt.
Typische Anzeichen
Ein Gesäugetumor fällt meist als wachsender Knoten auf:
- Eine verschiebbare oder feste Schwellung am Bauch, in den Flanken oder Achseln
- Rasches Größenwachstum
- Bei großen Tumoren Bewegungsbehinderung
- Manchmal aufgeplatzte, nässende Stellen
- Gewichtsverlust und Mattigkeit bei bösartigem Verlauf
Mögliche Ursachen
Die Entstehung wird stark von Hormonen begünstigt:
- Hormoneller Einfluss bei nicht kastrierten Weibchen
- Hohes Alter
- Erbliche Veranlagung
- Übergewicht
Was Sie tun können
Tasten Sie Ihr Tier regelmäßig auf Knoten ab und behalten Sie die Größe im Auge. Versuchen Sie nicht, an der Schwellung zu drücken. Je früher ein Tumor beurteilt wird, desto besser sind die Aussichten.
Gesäugetumor bei Ratten und anderen Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein neu entdeckter oder erkennbar wachsender Knoten im Bereich des Gesäuges sollte zeitnah tierärztlich beurteilt werden, da sich kleinere Tumoren deutlich besser und schonender entfernen lassen als große. Kontrollieren Sie neue Umfangsvermehrungen daher genau und warten Sie nicht ab, ob sie von selbst verschwinden, denn Gesäugetumoren bilden sich nicht zurück, sondern wachsen in der Regel weiter. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn ein Tumor aufplatzt und stark blutet, wenn er durch seine Größe die Bewegung oder die Atmung behindert oder wenn das Tier das Futter verweigert und deutlich geschwächt wirkt. In diesen Fällen müssen Sie umgehend tierärztliche Hilfe aufsuchen, notfalls über einen tierärztlichen Notdienst, damit das Tier rasch versorgt und stabilisiert werden kann.