Was ist das?
Beim Fliegenmadenbefall, fachlich Myiasis genannt, legen Fliegen ihre Eier in feuchtes, verschmutztes Fell oder in offene Wunden eines Tieres. Aus den Eiern schlüpfen innerhalb kurzer Zeit Maden, die sich vom Gewebe des noch lebenden Tieres ernähren und sich rasch tief in die Haut fressen. Besonders geschwächte, bewegungseingeschränkte oder im Afterbereich verschmutzte Nagetiere sind gefährdet, vor allem in der warmen Jahreszeit. Der Befall ist ein lebensbedrohlicher Notfall, weil die Maden in kürzester Zeit große Gewebeschäden anrichten. Zusätzlich können durch die freigesetzten Giftstoffe und die Zerstörung von Gewebe schwere Kreislaufreaktionen bis hin zum Schock entstehen. Ohne sofortige Hilfe stirbt das Tier oft innerhalb von Stunden.
Typische Anzeichen
Ein Madenbefall ist meist deutlich erkennbar und riechbar:
- Sichtbare weiße, kriechende Maden in Fell oder Wunde
- Übler, fauliger Geruch
- Feuchte, zerfressene Hautstellen, oft am Hinterteil
- Apathie und schneller Verfall des Allgemeinzustands
Mögliche Ursachen
Ein Befall trifft vor allem geschwächte oder verschmutzte Tiere:
- Verschmutztes, kotverklebtes Fell, besonders am After
- Offene Wunden
- Durchfall oder Inkontinenz
- Bewegungsunfähige oder geschwächte Tiere in der warmen Jahreszeit
Was Sie tun können
Bringen Sie das Tier sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt. Versuchen Sie nicht, alle Maden selbst zu entfernen, da tief sitzende Maden zurückbleiben und das Tier sofort fachgerecht versorgt werden muss.
Fliegenmadenbefall bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Fliegenmadenbefall ist ein absoluter Notfall, der ohne jede Verzögerung tierärztlich behandelt werden muss. Sobald Sie Maden im Fell, in einer Wunde oder im verschmutzten Afterbereich entdecken, dürfen Sie nicht abwarten und auch nicht versuchen, das Problem allein zu lösen, denn die Maden dringen in Stunden tief ins Gewebe vor und schwächen das Tier lebensgefährlich. Bringen Sie das Tier umgehend, notfalls auch außerhalb der Sprechzeiten, in eine Praxis oder Tierklinik. Da geschwächte und verschmutzte Tiere besonders gefährdet sind, sollten Sie bettlägerige oder durchfallkranke Nagetiere in der warmen Jahreszeit mehrmals täglich kontrollieren, um einen beginnenden Befall früh zu bemerken. Jede Stunde zählt: Je früher die Behandlung beginnt, desto besser stehen die Überlebenschancen.