Was ist das?
Eine Kieferknochenentzündung beim Kaninchen, fachsprachlich Osteomyelitis genannt, ist eine tiefe, eitrige Entzündung des Knochens im Kieferbereich. Sie entsteht meist, wenn sich eine Zahnwurzelentzündung oder ein Abszess von einem erkrankten Zahn aus in den umliegenden Knochen ausbreitet. Da Kaninchenzähne lebenslang wachsen, sind Zahn- und Wurzelprobleme häufig der Ausgangspunkt. In der Folge bildet sich der für Kaninchen typische feste, käseartige Eiter, der sich nur schwer entfernen lässt. Das ist gravierend, weil der Knochen bei diesem Prozess zerstört wird, die Entzündung sich hartnäckig hält und oft benachbarte Zähne mit erfasst. Häufig zeigt sich die Erkrankung als schmerzhafte, feste Schwellung am Kiefer.
Typische Anzeichen
Eine Kieferknochenentzündung zeigt sich am Kopf:
- Feste, oft schmerzhafte Schwellung am Kiefer
- Vermehrtes Speicheln und Fressunlust
- Lockere oder verschobene Zähne
- Manchmal aufbrechende Fisteln mit Eiteraustritt
- Berührungsempfindlichkeit am Kopf
Mögliche Ursachen
Ursache sind meist fortgeleitete Zahnprobleme:
- Zahnwurzelabszesse, die in den Knochen vordringen
- Schwere, unbehandelte Zahnfehlstellungen
- Eingedrungene Keime über verletzte Zähne
Was Sie tun können
Drücken Sie nicht an der Schwellung und sorgen Sie dafür, dass Ihr Kaninchen trotz der Beschwerden weiterfrisst. Beobachten Sie die Schwellung und das Allgemeinbefinden.
Kieferknochenentzündung beim Kaninchen: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine schmerzhafte, feste Schwellung am Kiefer sollte zeitnah tierärztlich untersucht werden, da eine Kieferknochenentzündung eine intensive und meist langwierige Behandlung erfordert. Warten Sie nicht ab, wenn Ihr Kaninchen einseitig kaut, das Futter fallen lässt, vermehrt speichelt oder an der betroffenen Stelle empfindlich reagiert. Ein sofortiger Notfall liegt vor, sobald das Tier die Nahrung vollständig verweigert, über mehrere Stunden keinen Kot mehr absetzt oder zunehmend apathisch und teilnahmslos wird. In diesen Fällen ist umgehend eine Praxis oder Klinik aufzusuchen, denn ein Verdauungsstillstand ist bei Kaninchen lebensbedrohlich. Da sich die Entzündung mit der Zeit weiter in den Knochen ausdehnt und weitere Zähne gefährdet, verbessert eine frühe Vorstellung die Behandlungsaussichten deutlich.