Was ist das?
Von einer Geburtsstörung, fachlich Dystokie genannt, spricht man, wenn die Geburt der Welpen nicht normal verläuft und ins Stocken gerät. Normalerweise werden die Welpen bei einer Hündin in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen und mit erkennbaren Wehen zur Welt gebracht. Bei einer Störung gerät dieser Ablauf aus dem Takt, etwa weil die Wehen zu schwach sind, ein Welpe ungünstig liegt oder der Geburtsweg zu eng ist. Dadurch können Welpen im Geburtskanal stecken bleiben oder die Geburt kommt ganz zum Stillstand, obwohl noch Welpen im Mutterleib sind. Eine Geburtsstörung gefährdet sowohl die Hündin als auch die noch ungeborenen Welpen, da die Sauerstoffversorgung leiden kann. Sie gilt daher als Notfall, bei dem rasch gehandelt werden muss.
Typische Anzeichen
Eine Geburtsstörung zeigt sich durch einen stockenden oder ausbleibenden Geburtsfortschritt. Achten Sie auf:
- kräftige Wehen über längere Zeit ohne Geburt eines Welpen
- lange Pausen zwischen den Welpen trotz erkennbarer Wehen
- starkes Pressen ohne Erfolg
- grünlicher oder blutiger Ausfluss ohne folgende Geburt
- Erschöpfung, Unruhe oder Teilnahmslosigkeit der Hündin
Mögliche Ursachen
Eine Dystokie kann viele Ursachen haben, die bei der Hündin oder den Welpen liegen. Mögliche Faktoren sind:
- ungünstige Lage eines Welpen im Geburtskanal
- ein zu großer Welpe im Verhältnis zum Geburtsweg
- schwache oder erschöpfte Wehentätigkeit
- ein verengter Geburtsweg
- Erschöpfung der Hündin
Was Sie tun können
Sorgen Sie für eine ruhige, warme und ungestörte Umgebung und beobachten Sie den Geburtsverlauf aufmerksam, am besten mit Notieren der Zeiten. Greifen Sie nicht selbst in den Geburtsvorgang ein und ziehen Sie keinesfalls an einem Welpen. Halten Sie den Kontakt zur Tierarztpraxis bereit.
Geburtsstörung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Geburtsstörung ist ein Notfall, bei dem Sie ohne Verzögerung handeln sollten: Kontaktieren Sie sofort eine für Hunde geeignete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie Ihre Hündin dort unverzüglich vor. Fahren Sie umgehend, wenn die Geburt stockt, wenn zwischen den Welpen sehr lange Pausen ohne erkennbaren Fortschritt liegen oder wenn Ihre Hündin trotz kräftiger Wehen über längere Zeit keinen Welpen gebären kann. Das Gleiche gilt, wenn ein Welpe im Geburtsweg sichtbar feststeckt, die Hündin erschöpft oder teilnahmslos wirkt oder wenn dunkler bis übelriechender Ausfluss auftritt. Weil bei einer gestörten Geburt sowohl das Muttertier als auch die Welpen gefährdet sind und jede Verzögerung die Aussichten verschlechtern kann, nehmen Sie im Zweifel lieber früher als später Kontakt auf. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit man Sie dort erwartet – erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los und halten Sie sich mit weiteren Anrufen nicht auf.