Was ist das?
Die Gebärmutterentzündung, fachlich Pyometra genannt, ist eine eitrige Entzündung der Gebärmutter, die vor allem bei älteren, nicht kastrierten Hündinnen auftritt. Sie entwickelt sich meist einige Wochen nach der Läufigkeit, wenn sich unter hormonellem Einfluss Eiter in der Gebärmutter ansammelt und diese sich zunehmend füllt. Die Schleimhaut der Gebärmutter verändert sich dabei so, dass Bakterien leichter eindringen und sich vermehren können. Dieser Zustand belastet den gesamten Körper der Hündin, da Giftstoffe aus der Entzündung in den Kreislauf gelangen und lebenswichtige Organe beeinträchtigen können. Typische Anzeichen sind Mattigkeit, vermehrtes Trinken oder eitriger Ausfluss. Die Pyometra ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der rasches Handeln erfordert, weil sich der Zustand der Hündin innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern kann.
Typische Anzeichen
Die Anzeichen entwickeln sich oft schleichend, einige Wochen nach der Läufigkeit. Achten Sie auf:
- Teilnahmslosigkeit und nachlassender Appetit
- vermehrtes Trinken und Wasserlassen
- eitriger, blutiger oder bräunlicher Ausfluss aus der Scheide
- aufgeblähter, schmerzhafter Bauch
- Fieber und Erbrechen
Mögliche Ursachen
Die Erkrankung steht in engem Zusammenhang mit dem Hormonzyklus der Hündin. Begünstigende Faktoren sind:
- nicht erfolgte Kastration
- höheres Lebensalter
- die Phase einige Wochen nach der Läufigkeit
- hormonelle Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut
Was Sie tun können
Beobachten Sie Ihre Hündin nach der Läufigkeit besonders aufmerksam und achten Sie auf Trinkverhalten und Scheidenausfluss. Sorgen Sie für Ruhe und bieten Sie jederzeit frisches Wasser an. Notieren Sie, wann die letzte Läufigkeit war, um dies in der Praxis schildern zu können.
Gebärmutterentzündung beim Hund: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei Verdacht auf eine Gebärmutterentzündung müssen Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik aufsuchen, denn die Pyometra ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Achten Sie besonders einige Wochen nach der Läufigkeit auf Anzeichen wie Mattigkeit, vermehrtes Trinken und Wasserlassen, Appetitlosigkeit, einen aufgetriebenen Bauch oder eitrigen bis blutigen Ausfluss aus der Scheide; auch ohne sichtbaren Ausfluss kann eine Pyometra vorliegen, weil sich der Eiter bei geschlossener Gebärmutter im Inneren staut, was besonders gefährlich ist. Zeigt Ihre Hündin zusätzlich Erbrechen, starke Schwäche oder einen deutlich gestörten Allgemeinzustand, ist besondere Eile geboten. Stellen Sie Ihre Hündin außerhalb der Öffnungszeiten ohne Verzögerung in einer tierärztlichen Notdienstpraxis oder Klinik für Kleintiere vor und warten Sie keinesfalls ab, ob sich die Beschwerden von selbst bessern. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist – erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los und halten die Fahrt nicht für weitere Anrufe auf.