Was ist das?
Eine Erfrierung entsteht, wenn Körpergewebe durch starke Kälteeinwirkung geschädigt wird. Reptilien sind besonders gefährdet, weil sie ihre Körperwärme nicht selbst erzeugen, sondern aus der Umgebung beziehen. Fällt die Heizung aus, steht das Tier in einer ungeheizten Außenanlage oder wird es in der Kälte transportiert, kühlt es gefährlich aus. Zuerst leiden dünnhäutige, schlecht durchblutete Körperteile wie Zehen und die Schwanzspitze. Das betroffene Gewebe verfärbt sich, kann absterben und sich später ablösen. Zusätzlich schwächt die allgemeine Unterkühlung den gesamten Körper, sodass Kreislauf und Stoffwechsel herunterfahren und das Tier teilnahmslos wird. Eine Erfrierung ist damit nicht nur ein örtlicher Schaden, sondern häufig Teil einer lebensbedrohlichen Auskühlung, die rasches Handeln erfordert.
Typische Anzeichen
Anzeichen einer Erfrierung sind:
- dunkel verfärbte oder abgestorbene Haut an Zehen oder Schwanzspitze
- Teilnahmslosigkeit und Schwäche
- Bewegungsunlust und kalter Körper
- Hautschäden an betroffenen Stellen
- verlangsamte Atmung
Mögliche Ursachen
Begünstigend wirken:
- Heizungsausfall oder Stromausfall
- ungeschützte Außenhaltung bei Frost
- Transport in zu kalter Umgebung
- zu niedrige Nachttemperaturen
Was Sie tun können
Bringen Sie das Tier an einen warmen Ort und erwärmen Sie es langsam, niemals abrupt mit großer Hitze. Sorgen Sie für eine zuverlässige, gesicherte Heiztechnik.
Erfrierung bei Reptilien: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine Erfrierung mit Unterkühlung ist bei Reptilien immer ein Notfall und muss umgehend tierärztlich versorgt werden. Suchen Sie sofort Hilfe, wenn Gewebe an Zehen oder Schwanzspitze dunkel verfärbt oder abgestorben wirkt oder wenn das Tier stark ausgekühlt, teilnahmslos und kaum ansprechbar ist. Bringen Sie es in dieser Situation langsam an einen wärmeren Ort, ohne es abrupt aufzuheizen, und stellen Sie es zügig vor. Ein sofortiger Notfall besteht ebenso, wenn das Tier festliegt, nicht mehr reagiert oder die Atmung flach und schwach wird. Warten Sie nicht ab, ob sich das Tier von selbst erholt, da die Schäden am Gewebe und die Auskühlung fortschreiten können. Klären Sie zusätzlich die Ursache der Kälte, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.