Was ist das?
Erfrierungen sind Schäden an Haut und Gewebe, die durch starke Kälte entstehen. Bei großer Kälte zieht der Körper das Blut aus den Körperenden wie Ohren, Pfoten und Schwanz zurück, um die lebenswichtigen inneren Organe warmzuhalten. Die dadurch unterversorgten Körperenden werden nicht mehr ausreichend durchblutet und können absterben. Betroffene Stellen sind zunächst blass und kalt, später verfärben sie sich dunkel und das Gewebe stirbt ab. Erfrierungen treten vor allem bei Tieren auf, die ungeschützt großer Kälte ausgesetzt sind, etwa in Außenhaltung ohne ausreichenden Schutz, in Zugluft oder in feuchter Umgebung. Weil das geschädigte Gewebe versorgt werden muss, sollten Erfrierungen immer ernst genommen werden.
Typische Anzeichen
Erfrierungen zeigen sich an den Körperenden:
- Blasse, kalte und gefühllose Ohren, Pfoten oder Schwanzspitze
- Später dunkle Verfärbung des abgestorbenen Gewebes
- Schwellung und Schmerz beim Auftauen
- Bei schwerem Verlauf Verlust von Gewebeteilen
Mögliche Ursachen
Erfrierungen entstehen durch Kälteeinwirkung:
- Außenhaltung ohne ausreichenden Schutz vor Frost
- Feuchtigkeit in Verbindung mit Kälte
- Zugluft
- Geschwächte oder bewegungsunfähige Tiere
Was Sie tun können
Bringen Sie das Tier an einen warmen Ort und wärmen Sie betroffene Stellen vorsichtig mit Körperwärme. Reiben Sie die Stellen nicht und wenden Sie keine starke Hitze an, da dies das Gewebe zusätzlich schädigt.
Erfrierungen bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei verfärbten, kalten, geschwollenen oder schmerzhaften Körperenden sollte zeitnah ein Tierarzt die Schäden beurteilen, da abgestorbenes Gewebe fachgerecht versorgt werden muss. Bringen Sie das Tier zunächst behutsam an einen warmen Ort und vermeiden Sie es, die betroffenen Stellen zu reiben, da dies das Gewebe zusätzlich schädigen kann. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn Bereiche schwarz verfärbt und abgestorben erscheinen, das Tier die Futteraufnahme völlig verweigert und teilnahmslos wird oder zunehmend schwächer und apathisch wirkt. In diesen Fällen darf keine Zeit verloren gehen. Auch bei zunächst unscheinbaren Erfrierungen ist eine Kontrolle sinnvoll, da sich das volle Ausmaß der Schäden oft erst nach einigen Tagen zeigt. Je früher das Tier versorgt wird, desto besser.