Was ist das?
Erblindung bedeutet, dass ein Tier sein Sehvermögen ganz oder teilweise verliert. Bei Nagetieren wirkt sich das oft weniger dramatisch aus als bei vielen anderen Tieren, weil sie sich ohnehin stark über Geruch, Gehör und ihre empfindlichen Tasthaare orientieren und in vertrauter Umgebung erstaunlich gut zurechtkommen. Dennoch ist ein Sehverlust nicht harmlos, denn er kann auf eine ernste zugrunde liegende Erkrankung hinweisen, etwa auf einen Diabetes, einen Grauen Star, Bluthochdruck oder eine Schädigung von Netzhaut oder Sehnerv. Manche dieser Ursachen sind behandelbar, wenn man sie rechtzeitig erkennt. Deshalb sollte man eine neu auftretende Erblindung nicht einfach als Alterserscheinung hinnehmen, sondern die dahinterstehende Ursache abklären lassen.
Typische Anzeichen
Erblindung zeigt sich am Verhalten:
- Anstoßen an Gegenständen und Unsicherheit in neuer Umgebung
- Vorsichtiges, zögerliches Bewegen
- Erschrecken bei plötzlicher Berührung
- Manchmal sichtbar veränderte oder trübe Augen
Mögliche Ursachen
Ein Sehverlust hat unterschiedliche Ursachen:
- Grauer Star, oft bei Diabetes
- Erkrankungen der Netzhaut oder des Sehnervs
- Hohes Alter
- Verletzungen oder Entzündungen des Auges
Was Sie tun können
Verändern Sie die Einrichtung des Geheges möglichst wenig, halten Sie Futter- und Wasserplätze konstant und kündigen Sie sich beim Anfassen mit der Stimme an. So findet sich ein blindes Tier weiterhin gut zurecht.
Erblindung bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Eine neu auftretende oder rasch fortschreitende Erblindung sollte tierärztlich abgeklärt werden, um behandelbare Ursachen wie Diabetes, Grauen Star oder Entzündungen im Auge zu erkennen. Je eher eine solche Grunderkrankung gefunden wird, desto besser lässt sie sich beeinflussen, auch wenn die verlorene Sehkraft selbst oft nicht zurückkehrt. Achten Sie auf Begleitzeichen wie vermehrtes Trinken, Gewichtsverlust, Mattigkeit oder veränderte Augen und schildern Sie diese bei der Untersuchung. Der Sehverlust an sich ist für ein Nagetier in der Regel kein Notfall, da es sich gut über andere Sinne orientiert. Verändern Sie die gewohnte Einrichtung möglichst wenig, damit sich das Tier zurechtfindet. Verschlechtert sich der Allgemeinzustand deutlich oder verweigert das Tier das Fressen, lassen Sie es zeitnah untersuchen.