Was ist das?
Die chronische Nierenerkrankung der Katze, kurz CNI, bezeichnet einen langsamen, dauerhaften Verlust der Nierenfunktion und zählt bei älteren Katzen zu den häufigsten Erkrankungen. Die Nieren filtern normalerweise Abfallstoffe aus dem Blut, regeln den Wasserhaushalt und halten wichtige Blutwerte im Gleichgewicht. Bei der CNI stirbt nach und nach Nierengewebe ab, sodass diese Filterleistung nachlässt und Giftstoffe im Körper verbleiben. Die Katze versucht, dies durch vermehrtes Trinken und Harnen auszugleichen, was zu den typischen ersten Anzeichen führt. Das ist bedeutsam, weil die Erkrankung fortschreitet und nicht heilbar ist, sich bei früher Erkennung aber oft über Jahre gut begleiten und in ihrem Verlauf verlangsamen lässt.
Typische Anzeichen
Die Anzeichen entwickeln sich meist langsam und werden anfangs leicht übersehen.
- vermehrtes Trinken und Harnen
- allmählicher Gewichtsverlust
- nachlassender Appetit
- Erbrechen und stumpfes Fell
- Mundgeruch nach Ammoniak
Mögliche Ursachen
Hinter dem Funktionsverlust können verschiedene Prozesse stecken.
- altersbedingter Verschleiß der Nieren
- chronische Entzündungen oder Infektionen
- Bluthochdruck
- früher durchgemachte Nierenschäden
Was Sie tun können
Sorgen Sie für ständigen Zugang zu frischem Wasser, etwa mit einem Trinkbrunnen, und bieten Sie feuchtes Futter an. Beobachten Sie Trink-, Fress- und Harnverhalten und notieren Sie Veränderungen.
Chronische Nierenerkrankung bei der Katze: Wann muss ich zum Tierarzt?
Die chronische Nierenerkrankung ist ein dringender Anlass für eine tierärztliche Abklärung. Bei vermehrtem Trinken und Harnen, allmählicher Abmagerung, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder stumpfem Fell sollte die Nierenfunktion zeitnah überprüft werden, da eine frühe Diagnose den Verlauf günstig beeinflusst. Warten Sie nicht ab, ob sich diese Zeichen von selbst bessern. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihre Katze trotz Trinken keinen Harn mehr absetzt, wenn wiederholtes Erbrechen mit ausgeprägter Schwäche auftritt oder wenn es zu einem Krampfanfall, einem Kollaps oder einer Bewusstseinstrübung kommt. In diesen Fällen sollten Sie umgehend eine Tierarztpraxis oder Klinik aufsuchen, auch außerhalb der Sprechzeiten, da sich dahinter eine gefährliche Entgleisung verbergen kann.