Was ist das?
Der Blinddarm ist bei pflanzenfressenden Nagetieren ein zentrales Verdauungsorgan, in dem unzählige Bakterien die schwer verdaulichen Faserstoffe aufschließen. Bei einer Blinddarmstörung gerät dieses fein abgestimmte Gleichgewicht durcheinander, oder der Blinddarm entzündet sich, was fachlich Typhlitis heißt. Auslöser sind häufig falsche Fütterung, Stress oder eine gestörte Darmflora. Schädliche Bakterien können dann überhandnehmen und Giftstoffe bilden, die den ganzen Körper belasten. Das führt zu Durchfall, vermehrter Gasbildung und einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands. Weil der Blinddarm bei diesen Tieren so wichtig für die gesamte Verdauung ist, wirkt sich eine Störung schnell auf den ganzen Organismus aus und kann bedrohlich werden. Deshalb ist die Blinddarmstörung stets ernst zu nehmen.
Typische Anzeichen
Eine Blinddarmstörung zeigt sich meist über die Verdauung:
- Breiiger bis wässriger, übelriechender Kot
- Aufgeblähter, gluckernder Bauch
- Mattigkeit und Fressunlust
- Verschmutztes Fell im Afterbereich
Mögliche Ursachen
Das Gleichgewicht im Blinddarm kann auf mehrere Weisen kippen:
- Zu kohlenhydrat- und zuckerreiche, faserarme Fütterung
- Plötzlicher Futterwechsel
- Antibiotika, die nützliche Darmbakterien abtöten
- Stress und Begleiterkrankungen
Was Sie tun können
Füttern Sie viel Heu und vermeiden Sie zu viel Getreide, Zucker und plötzliche Futterumstellungen. Sorgen Sie für stressarme Haltung und beobachten Sie den Kot.
Blinddarmstörung bei Nagetieren: Wann muss ich zum Tierarzt?
Bei anhaltendem Durchfall, aufgeblähtem Bauch oder zunehmender Schwäche ist eine zeitnahe tierärztliche Abklärung nötig, denn eine Blinddarmstörung kann sich bei kleinen Nagetieren rasch verschlechtern. Auch wenn Ihr Tier schlechter frisst, matt wirkt oder das Fell rund um den After verklebt ist, sollten Sie nicht lange abwarten. Zu einem sofortigen Notfall wird die Lage, wenn Ihr Tier Futter und Kot vollständig verweigert, wenn der Bauch stark aufgebläht und hart ist oder wenn die Schwäche bis zum Kollaps zunimmt. In diesen Fällen müssen Sie ohne Verzögerung eine tierärztliche Praxis oder einen Notdienst aufsuchen, denn dann drohen eine Vergiftung des Körpers und ein lebensgefährlicher Verdauungsstillstand. Je früher eingegriffen wird, desto besser stehen die Aussichten.