Was ist das?
Ein Hornhautgeschwür, medizinisch Ulcus corneae, ist ein Defekt in der Hornhaut, der klaren, schützenden vorderen Schicht des Auges. Die Hornhaut ist sehr empfindlich und von feinen Nerven durchzogen, weshalb schon ein kleiner Defekt starke Schmerzen verursacht. Auslöser sind häufig Verletzungen, Fremdkörper, Staub oder Infektionen, die die Oberfläche der Hornhaut schädigen. Das betroffene Auge tränt, wird zugekniffen und lichtscheu, und die Hornhaut kann sich trüben. Ohne Behandlung kann sich ein Hornhautgeschwür rasch vertiefen und ausbreiten, im ungünstigsten Fall bis zu einem Durchbruch der Hornhaut. Dadurch ist das Sehvermögen ernsthaft gefährdet. Ein Hornhautgeschwür gilt daher als Augennotfall, bei dem rasches Handeln über den Erhalt des Auges entscheiden kann.
Typische Anzeichen
Das Geschwür zeigt sich am Auge:
- zugekniffenes, tränendes Auge
- Lichtscheu
- trübe Stelle auf der Hornhaut
- Rötung und Schwellung der Lider
Mögliche Ursachen
Verschiedene Ursachen kommen infrage:
- Verletzungen durch Äste oder Stroh
- Fremdkörper im Auge
- eingewachsene Wimpern
- Infektionen
Was Sie tun können
Stellen Sie das Pferd in eine abgedunkelte Box und schützen Sie das Auge vor Licht und Reizen. Reiben Sie nicht am Auge und rufen Sie den Tierarzt.
Hornhautgeschwür beim Pferd: Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Hornhautgeschwür ist immer ein Notfall, der keine Verzögerung erlaubt. Bemerken Sie an Ihrem Pferd ein zugekniffenes, tränendes und schmerzhaftes Auge, das lichtscheu wirkt oder eine sichtbare Trübung zeigt, kontaktieren Sie umgehend eine auf Pferde eingerichtete Notdienstpraxis oder Pferdeklinik und lassen Sie das Tier ohne Aufschub untersuchen. Da sich der Defekt innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlechtern kann, entscheidet rasches Eingreifen mit darüber, ob Auge und Sehvermögen erhalten bleiben. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist – erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los und setzen Sie den Anruf unterwegs fort.