Was ist das?
Ein Krampfanfall beim Frettchen ist eine plötzliche, unkontrollierte Entladung der Muskulatur, die durch eine vorübergehende Störung der Nervenaktivität im Gehirn ausgelöst wird. Dabei kann das Tier heftig zittern, zucken, umfallen, speicheln oder für kurze Zeit das Bewusstsein verlieren, ehe es allmählich wieder zu sich kommt. Eine sehr häufige Ursache ist ein starker Unterzucker, etwa durch ein Insulinom, eine Tumorerkrankung der Bauchspeicheldrüse, die zu einer übermäßigen Insulinbildung führt und den Blutzucker gefährlich absinken lässt. Daneben kommen weitere Erkrankungen, Vergiftungen oder Stoffwechselstörungen infrage. Weil ein Anfall auf einen ernsten Grundprozess im Körper hinweist und das kleine Tier dabei sehr schnell auskühlt, sich verletzen oder erschöpfen kann, sind Krampfanfälle beim Frettchen stets ein bedrohliches Warnsignal, das rasch geklärt werden sollte.
Typische Anzeichen
Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- plötzliche Zuckungen oder Versteifung
- Bewusstseinsverlust
- Speicheln
- Schwäche nach dem Anfall
- stierer Blick
Mögliche Ursachen
Mögliche Ursachen sind:
- Unterzucker durch ein Insulinom
- Vergiftungen
- Nervenerkrankungen
- Stoffwechselstörungen
Was Sie tun können
Schützen Sie das Tier vor Verletzungen und verdunkeln Sie die Umgebung. Bei Verdacht auf Unterzucker können Sie etwas Honig auf das Zahnfleisch geben – aber nur, solange das Tier bei Bewusstsein ist und schlucken kann. Flößen Sie einem krampfenden oder bewusstlosen Tier niemals etwas ein (Erstickungsgefahr).
Krampfanfälle beim Frettchen (Exoten): Wann muss ich zum Tierarzt?
Ein Krampfanfall beim Frettchen ist immer ein Notfall und erfordert eine sofortige tierärztliche Abklärung, auch wenn das Tier sich zwischendurch wieder zu erholen scheint. Stellen Sie Ihr Frettchen ohne Verzögerung in einer für Exoten geeigneten Notdienstpraxis oder Tierklinik vor, sobald Sie Zittern, Zucken, Umfallen, Bewusstlosigkeit oder wiederholte Anfälle beobachten, denn hinter dem Geschehen kann eine ernste Grunderkrankung stecken. Besonders dringlich ist die Lage, wenn ein Anfall sehr lange anhält, kurz hintereinander erneut auftritt oder das Tier danach benommen, kraftlos oder gar nicht mehr ansprechbar bleibt, da hier lebensbedrohliche Ursachen wie ein schwerer Unterzucker möglich sind. Warten Sie in keinem Fall ab, ob sich der Zustand von allein bessert. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis auf Ihr Kommen vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los, ohne weitere Zeit mit Anrufen zu verlieren.