# Hinterhandlähmung bei Nagetieren

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/symptome/hinterhand-laehmung-nagetiere
Tierarten: Nagetiere
Dringlichkeit: notfall
Stand: 2026-08-02

Plötzliches oder zunehmendes Versagen der Hinterbeine, das rasch abgeklärt werden muss.

## Was bedeutet das?

Eine Hinterhandlähmung bedeutet, dass ein Nagetier seine Hinterbeine nicht mehr richtig bewegen oder belasten kann: Das Tier schleift die Beine nach, sitzt nur noch auf der Vorderhand oder rutscht auf dem Bauch. Die Ursachen betreffen Wirbelsäule, Nerven, Knochen oder Stoffwechsel. Häufig steckt eine Wirbelsäulenverletzung, ein Knochenbruch oder eine Nervenlähmung dahinter, oft nach einem Sturz, Einklemmen oder unsachgemäßem Hochheben. Auch ein Kalziummangel, Rachitis bei Jungtieren, ein Schlaganfall, eine Ataxie oder haltungsbedingte Lähmungserscheinungen kommen infrage. Eine plötzliche, schmerzhafte Lähmung deutet oft auf eine akute Verletzung hin, ein schleichender Verlauf eher auf Mangel oder Alterserscheinungen. Weil eine Lähmung das Tier stark beeinträchtigt, es sich nicht mehr selbst versorgen kann und manche Ursachen nur früh behandelbar sind, ist rasches Handeln entscheidend.

## Worauf Sie achten sollten

Achten Sie darauf, ob eine oder beide Hinterbeine betroffen sind, ob das Tier sie noch bewegt oder ganz schlaff nachzieht und ob die Lähmung plötzlich oder schleichend auftrat. Beobachten Sie, ob das Tier Schmerzen zeigt, etwa durch Zähneknirschen oder Abwehr bei Berührung des Rückens. Prüfen Sie, ob noch Urin und Kot abgesetzt werden, denn ausbleibender Harnabsatz ist ein ernstes Zeichen. Achten Sie auf wunde Stellen durch das Schleifen und auf das Allgemeinbefinden. Kritischer wird es, wenn beide Beine vollständig gelähmt sind, das Tier den Urin nicht mehr absetzen kann, starke Schmerzen bestehen oder die Lähmung nach einem Sturz plötzlich einsetzte.

## Wann zum Tierarzt

Eine Hinterhandlähmung ist bei Nagetieren ein dringender bis notfallmäßiger Fall, der umgehend tierärztlich untersucht werden sollte. Bringen Sie das Tier sofort in eine Praxis oder Klinik, wenn die Lähmung plötzlich auftrat, etwa nach einem Sturz, wenn das Tier starke Schmerzen zeigt, keinen Urin mehr absetzt oder beide Beine schlaff sind, denn hier zählt jede Stunde für die Aussichten. Auch bei schleichend zunehmender Schwäche der Hinterhand sollten Sie nicht lange abwarten, sondern innerhalb von ein bis zwei Tagen einen Termin vereinbaren, um Mangelzustände oder andere Ursachen zu behandeln. Halten Sie das Tier bis dahin ruhig, gepolstert und stressarm untergebracht und vermeiden Sie unnötiges Bewegen der Wirbelsäule.

## Wann ist es ein Notfall?

– Plötzliche Lähmung nach Sturz oder Einklemmen
– Kein Urinabsatz mehr möglich
– Beide Hinterbeine schlaff mit starken Schmerzen

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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