# Wirbelsäulenverletzung bei Nagetieren

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/wirbelsaeulenverletzung-nagetiere
Tierarten: Nagetiere
Synonyme: Wirbelbruch, Rückenmarksverletzung, Spinaltrauma
Dringlichkeit: notfall
Stand: 2026-10-01

Eine Verletzung der Wirbelsäule, die das Rückenmark schädigen und lähmen kann.

## Was ist das?

Bei einer Wirbelsäulenverletzung sind die Knochen der Wirbelsäule und oft auch das darin geschützt verlaufende Rückenmark geschädigt. Das Rückenmark ist die zentrale Nervenleitung, die alle Signale zwischen Gehirn und hinterem Körper überträgt. Wird es durch einen Bruch gequetscht, eingeklemmt oder gar durchtrennt, fallen Bewegung, Gefühl und häufig auch die Kontrolle über Blase und Darm in der hinteren Körperhälfte aus. Solche Verletzungen entstehen oft blitzschnell, etwa durch einen Sturz, eine Quetschung oder unsachgemäßes, ruckartiges Hochheben, bei dem der empfindliche Rücken überdehnt wird. Eine Wirbelsäulenverletzung ist ein Notfall, denn wie viel Funktion erhalten bleibt, hängt entscheidend davon ab, wie schnell das Tier fachkundig beurteilt und versorgt wird.

## Typische Anzeichen

Eine Wirbelsäulenverletzung zeigt sich dramatisch:
– Plötzliche Lähmung der Hinterbeine
– Nachschleifen der Hinterhand
– Fehlendes Gefühl in den Hinterbeinen
– Unkontrollierter Harn- und Kotabsatz
– Schmerzen und Apathie

## Mögliche Ursachen

Solche Verletzungen entstehen durch Gewalteinwirkung:
– Stürze aus der Höhe
– Falsches, ruckartiges Hochheben oder Festhalten
– Quetschungen, etwa durch Türen oder Tritte
– Sehr instabile Knochen durch Mangelernährung

## Was Sie tun können

Bewegen Sie das Tier so wenig wie möglich und transportieren Sie es flach und ruhig in einer kleinen, gepolsterten Box. Vermeiden Sie jedes Verdrehen des Rückens.

## Wann zum Tierarzt

Eine Wirbelsäulenverletzung ist ein Notfall: Kontaktieren Sie umgehend eine für Nagetiere geeignete Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie Ihr Tier ohne Verzögerung dort vor. Sobald Ihr Tier nach einem Sturz, einer Quetschung oder unglücklichem Hochheben die Hinterbeine nachschleift, nicht mehr aufstehen kann, plötzlich gelähmt wirkt oder heftige Schmerzen am Rücken zeigt, dürfen Sie keine Zeit verlieren. Verliert Ihr Tier zusätzlich die Kontrolle über Blase und Darm, unterstreicht dies die Dringlichkeit einer sofortigen Vorstellung. Rasches Handeln entscheidet mit über die Chancen, dass Funktionen erhalten bleiben. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis vorbereitet ist; erreichen Sie niemanden, fahren Sie dennoch sofort los und lassen Sie sich durch weitere Anrufversuche nicht aufhalten.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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