# Selbstverstümmelung beim Sugar Glider (Exoten)

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/selbstverstuemmelung-sugar-glider-exoten
Tierarten: Exoten
Dringlichkeit: notfall
Stand: 2026-10-01

Verhaltensstörung, bei der sich der Sugar Glider selbst Wunden zufügt.

## Was ist das?

Selbstverstümmelung ist ein Verhalten, bei dem sich der Sugar Glider selbst beißt, kratzt oder leckt und dabei Wunden zufügt; fachlich wird dies als Automutilation bezeichnet. Häufig steckt eine Belastung dahinter, etwa Stress, Einzelhaltung, Langeweile, Schmerzen oder eine zugrunde liegende Erkrankung, die das Tier zu diesem Verhalten treibt. Sugar Glider sind sehr soziale, aktive Tiere, die unter ungeeigneten Bedingungen schnell leiden und ihr Unbehagen unter anderem durch Selbstverletzung ausdrücken. Die entstehenden Wunden können sich rasch entzünden und tief werden. Oft verstärkt sich das Verhalten, sobald eine Stelle einmal verletzt ist. Deshalb ist es wichtig, neben den Wunden auch die auslösende Ursache in den Blick zu nehmen. Für das Tier ist Selbstverstümmelung ernst, da die Wunden schmerzhaft sind, sich infizieren können und auf ein deutliches Grundproblem hinweisen.

## Typische Anzeichen

Achten Sie auf folgende Anzeichen:
– frische Wunden, besonders an Schwanz oder Genitalbereich
– kahle, abgeleckte Stellen
– anhaltende Unruhe
– auffälliges Belecken einer Körperstelle
– blutige Verletzungen

## Mögliche Ursachen

Mögliche Ursachen sind:
– Einzelhaltung und soziale Isolation
– Stress und Langeweile
– Schmerzen oder Erkrankungen
– ungeeignete Haltungsbedingungen

## Was Sie tun können

Sorgen Sie für Gesellschaft von Artgenossen und eine reizvolle Umgebung. Verhindern Sie weiteres Verletzen und halten Sie Wunden sauber.

## Wann zum Tierarzt

Frische Selbstverletzungen beim Sugar Glider sind ein Notfall: Kontaktieren Sie umgehend eine auf Exoten beziehungsweise Kleinsäuger erfahrene Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie das Tier ohne Verzögerung dort vor, da sich die Wunden schnell entzünden und vertiefen können. Warten Sie nicht ab, ob das Tier von selbst damit aufhört, sondern fahren Sie, sobald Sie Bisswunden, blutige oder wunde Stellen bemerken; auch beginnendes übermäßiges Belecken oder Benagen einer bestimmten Körperstelle gehört sofort untersucht. Blutet die Wunde stark oder wirkt Ihr Sugar Glider zunehmend geschwächt und teilnahmslos, zählt jede Minute. Neben der Wundversorgung ist dort die auslösende Ursache wie Stress, Schmerzen oder Haltungsprobleme abzuklären, damit sich das Verhalten nicht wiederholt. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an, damit die Praxis auf einen Exotenpatienten vorbereitet ist – erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los und halten Sie die Fahrt nicht für weitere Anrufe auf.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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