# Selbstverletzung bei Nagetieren

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/selbstverstuemmelung-nagetiere
Tierarten: Nagetiere
Synonyme: Automutilation, Selbstbenagen, Selbstverstümmelung
Dringlichkeit: dringend
Stand: 2026-07-23

Das Tier beißt oder benagt sich selbst und fügt sich dabei Wunden zu.

## Was ist das?

Bei der Selbstverletzung, fachlich Automutilation, benagt oder beißt sich ein Tier selbst so heftig, dass Wunden entstehen. Das ist stets ein ernstes Zeichen, denn ein Tier fügt sich nicht ohne Grund selbst Schaden zu. Meist stecken Schmerzen, ein quälender Juckreiz oder eine Nervenstörung an einer bestimmten Körperstelle dahinter. Das Tier versucht auf diese Weise, das unerträgliche Gefühl loszuwerden, und schädigt sich dabei zunehmend selbst. Häufig konzentriert sich das Benagen auf eine einzelne Gliedmaße oder Hautregion. Die entstehenden Wunden können sich rasch entzünden und infizieren, sodass sich der Zustand weiter verschlimmert. Selbstverletzung ist deshalb immer ein Anlass, gezielt nach der zugrunde liegenden Ursache zu suchen und diese zu behandeln.

## Typische Anzeichen

Selbstverletzung zeigt sich an gezielt bearbeiteten Stellen:
– Wiederholtes Benagen oder Beißen einer bestimmten Körperregion
– Offene, blutige oder kahl gebissene Stellen
– Unruhe und Schmerzlaute
– Zwanghaftes, immer wiederkehrendes Verhalten

## Mögliche Ursachen

Selbstverletzung hat meist einen körperlichen oder nervlichen Hintergrund:
– Starker Juckreiz durch Parasiten oder Hautkrankheiten
– Schmerzen, etwa nach Verletzungen oder bei Nervenschäden
– Gestörte Empfindung nach Nervenverletzungen
– In seltenen Fällen schwerer Stress

## Was Sie tun können

Verhindern Sie, dass sich das Tier weiter verletzt, halten Sie die Wunden sauber und beobachten Sie, welche Stelle bearbeitet wird. Die zugrunde liegende Ursache muss gefunden werden.

## Wann zum Tierarzt

Selbstverletzung sollte zeitnah tierärztlich abgeklärt werden, sobald Sie bemerken, dass sich Ihr Tier immer wieder an derselben Stelle benagt oder beißt, denn dahinter stecken meist Schmerzen, Juckreiz oder eine Nervenstörung, die erkannt und behandelt werden müssen. Je früher die Ursache gefunden wird, desto eher lässt sich der quälende Kreislauf durchbrechen und eine Infektion der Wunden verhindern. Zu einem sofortigen Notfall wird der Zustand, wenn eine tiefe, stark blutende Bisswunde entsteht oder eine Blutung nicht zum Stillstand kommt. Auch ein rascher Kräfteverfall mit Teilnahmslosigkeit erfordert unverzügliches Handeln. In diesen Fällen bringen Sie Ihr Tier ohne Aufschub in eine Praxis oder Klinik, um Blutung und Schmerzen zu stoppen und Schlimmeres abzuwenden.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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