# Niereninsuffizienz beim Hund

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/niereninsuffizienz-hund
Tierarten: Hund
Synonyme: Nierenschwäche, Nierenversagen
Dringlichkeit: dringend
Stand: 2026-07-23

Bei der Niereninsuffizienz können die Nieren das Blut nicht mehr ausreichend von Abfallstoffen reinigen.

## Was ist das?

Die Niereninsuffizienz beschreibt eine nachlassende Leistung der Nieren beim Hund. Diese beiden Organe filtern ständig das Blut, entfernen Abfall- und Giftstoffe, regeln den Wasser- und Salzhaushalt und halten wichtige Mineralien im Gleichgewicht. Arbeiten die Nieren nicht mehr ausreichend, reichern sich Abbauprodukte im Körper an und der gesamte Wasser- und Mineralhaushalt gerät durcheinander. Oft fällt zuerst auf, dass der Hund mehr trinkt und größere Harnmengen absetzt. Man unterscheidet ein plötzlich einsetzendes akutes Nierenversagen von einer langsam fortschreitenden chronischen Form, die vor allem ältere Hunde betrifft und über lange Zeit unbemerkt bleiben kann. Für das Tier äußert sich die Erkrankung unter anderem in vermehrtem Durst, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust und erfordert je nach Form eine rasche oder eine dauerhafte tierärztliche Betreuung.

## Typische Anzeichen

Eine Nierenschwäche zeigt sich an mehreren typischen Anzeichen.
– vermehrter Durst und größere Urinmengen
– nachlassender Appetit und Gewichtsverlust
– Mattigkeit und Antriebslosigkeit
– Erbrechen und schlechter Maulgeruch
– stumpfes Fell und allgemeines Unwohlsein

## Mögliche Ursachen

Eine Niereninsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben.
– altersbedingter Verschleiß des Nierengewebes
– vorausgegangene Infektionen oder Entzündungen
– Vergiftungen, etwa durch bestimmte Pflanzen oder Substanzen
– Harnabflussstörungen
– erbliche Nierenerkrankungen

## Was Sie tun können

Stellen Sie jederzeit frisches Wasser bereit, damit Ihr Hund den erhöhten Bedarf decken kann, und beobachten Sie Trink- und Fressverhalten genau. Halten Sie feste Fütterungszeiten ein und vermeiden Sie eigenmächtige Futterumstellungen. Notieren Sie Veränderungen für das tierärztliche Gespräch.

## Wann zum Tierarzt

Lassen Sie vermehrten Durst und Harnabsatz, nachlassenden Appetit, Gewichtsverlust, Mattigkeit oder wiederholtes Erbrechen tierärztlich abklären, da eine frühe Erkennung den weiteren Verlauf günstig beeinflussen kann. Gerade die chronische Form entwickelt sich schleichend, weshalb solche Anzeichen ernst genommen und nicht zu lange nur beobachtet werden sollten. Notieren Sie, wie viel Ihr Hund trinkt und frisst, für das Gespräch in der Praxis. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn Ihr Hund trotz Trinken keinen oder kaum noch Harn absetzt, wiederholt erbricht und deutlich geschwächt ist oder wenn Krampfanfälle, ein Kollaps oder eine Bewusstseinstrübung auftreten. Solche Zeichen können auf ein akutes Nierenversagen oder eine gefährliche Vergiftung des Körpers durch zurückgehaltene Abfallstoffe hindeuten. Suchen Sie in diesem Fall umgehend tierärztliche Hilfe auf, notfalls über den Notdienst.

---

Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

Tierärztliche Videoberatung: https://live.vetguru.de