# Magen-Darm-Stillstand bei Nagetieren

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/magen-darm-stillstand-nagetiere
Tierarten: Nagetiere
Synonyme: GI-Stase, Verdauungsstillstand, Darmträgheit
Dringlichkeit: notfall
Stand: 2026-07-23

Die Verdauung kommt zum Erliegen, das Tier frisst nicht mehr und setzt keinen Kot ab.

## Was ist das?

Ein Magen-Darm-Stillstand, fachlich gastrointestinale Stase genannt, bedeutet, dass die Verdauung eines Nagetiers weitgehend zum Erliegen kommt. Bei vielen kleinen Nagetieren muss der Darm ununterbrochen in Bewegung sein, um Futter weiterzutransportieren und die empfindliche Darmflora im Gleichgewicht zu halten. Hört diese Bewegung auf, sammeln sich Gase und eingedickter Futterbrei an, und gefährliche Bakterien können sich stark vermehren. Auslöser sind häufig Schmerzen, Stress, falsche Fütterung oder eine andere Grunderkrankung, die das Tier vom Fressen abhält. Weil der Kreislauf und der gesamte Stoffwechsel schnell mitbetroffen sind, kann sich innerhalb von Stunden ein lebensbedrohlicher Zustand entwickeln. Der Magen-Darm-Stillstand gehört damit zu den ernstesten Notfällen kleiner Heimtiere.

## Typische Anzeichen

Ein Stillstand entwickelt sich oft rasch und zeigt mehrere Anzeichen zugleich:
– Das Tier frisst plötzlich nichts mehr
– Es wird kein oder nur noch sehr wenig Kot abgesetzt
– Apathie und zusammengekauertes Sitzen
– Zähneknirschen als Schmerzzeichen
– Ein aufgeblähter oder sehr leerer Bauch

## Mögliche Ursachen

Ein Stillstand ist meist die Folge eines anderen Problems:
– Zu faserarme Fütterung mit zu wenig Heu
– Schmerzen oder Stress, etwa nach Umzug oder Operation
– Zahnprobleme, die das Fressen verhindern
– Flüssigkeitsmangel und eingedickter Darminhalt
– Bewegungsmangel

## Was Sie tun können

Bieten Sie weiterhin Heu, Wasser und gewohnte Kräuter an und halten Sie das Tier warm und ruhig. Zwingen Sie nichts ein und geben Sie keine Hausmittel. Beobachten Sie genau, ob Kot abgesetzt wird.

## Wann zum Tierarzt

Ein Magen-Darm-Stillstand ist ein Notfall, der keinen Aufschub duldet. Frisst Ihr Tier über mehrere Stunden nicht mehr oder setzt es keinen oder deutlich weniger Kot ab, müssen Sie es umgehend tierärztlich vorstellen, da bereits diese Anzeichen auf einen beginnenden Stillstand hindeuten. Warten Sie nicht ab, ob sich der Appetit von selbst bessert, denn jede verlorene Stunde verschlechtert die Aussichten. Als sofortiger Notfall gelten zusätzlich ein aufgeblähter, harter Bauch, sichtbare Schmerzen mit eingerollter Haltung oder Zähneknirschen sowie zunehmende Teilnahmslosigkeit bis zum Zusammenbruch. Auch kalte Ohren und Pfoten sind ein Alarmzeichen. Bei diesen Symptomen zählt jede Minute, und Sie sollten ohne Verzögerung eine tierärztliche Praxis oder einen Notdienst aufsuchen.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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