# Hodenentzündung beim Kaninchen

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/hodenentzuendung-kaninchen
Tierarten: Kaninchen
Synonyme: Orchitis
Dringlichkeit: dringend
Stand: 2026-07-23

Entzündung der Hoden beim Rammler, oft mit Schwellung und Schmerz.

## Was ist das?

Eine Hodenentzündung beim Kaninchen, fachsprachlich Orchitis genannt, ist eine Entzündung eines oder beider Hoden beim männlichen Kaninchen, dem Rammler. Sie entsteht, wenn Keime in das Hodengewebe eindringen, etwa nach Bissverletzungen bei Rangkämpfen, über kleine Wunden oder im Rahmen einer im Körper vorhandenen Allgemeininfektion. Die entzündeten Hoden schwellen an, werden warm und schmerzhaft, und der Rammler zeigt sich oft berührungsempfindlich und in seinem Verhalten verändert. Das ist bedeutsam, weil sich die Entzündung nicht auf den Hoden beschränken muss, sondern die Erreger sich über den Körper ausbreiten und einen schweren Allgemeinzustand verursachen können. Zudem kann eine unbehandelte Hodenentzündung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu einer schmerzhaften, fortschreitenden Gewebeschädigung führen.

## Typische Anzeichen

Eine Hodenentzündung zeigt sich am Hodensack und Befinden:
– Geschwollene, oft gerötete Hoden
– Schmerz und Abwehr beim Berühren
– Vorsichtiger, breitbeiniger Gang
– Mattigkeit und Fressunlust
– Manchmal Fieber

## Mögliche Ursachen

Eine Orchitis entsteht durch verschiedene Ursachen:
– Bissverletzungen bei Rangkämpfen
– Bakterielle Infektionen wie Pasteurellose
– Fortgeleitete Infektionen aus den Harnwegen
– Kaninchensyphilis

## Was Sie tun können

Trennen Sie streitende Rammler und halten Sie das Gehege sauber. Berühren oder drücken Sie den geschwollenen Bereich nicht.

## Wann zum Tierarzt

Geschwollene, gerötete oder schmerzhafte Hoden sollten zeitnah tierärztlich untersucht werden, denn eine Hodenentzündung muss gezielt behandelt werden und kann sich sonst im Körper ausbreiten. Warten Sie nicht ab, ob die Schwellung von selbst zurückgeht, sondern lassen Sie den Rammler frühzeitig vorstellen, besonders wenn er sich zurückzieht, weniger frisst oder die Region auffällig beleckt. Als sofortiger Notfall gelten hohes Fieber und deutliche Apathie, eine vollständige Fressverweigerung mit ausbleibendem Kot sowie ein dunkel verfärbter oder aufplatzender Hodensack. In diesen Fällen ist umgehend tierärztliche Hilfe nötig. Da eine fortgeschrittene Hodenentzündung sehr schmerzhaft ist und das gesamte Allgemeinbefinden beeinträchtigen kann, sollten Sie Veränderungen in dieser Region grundsätzlich ernst nehmen und rasch abklären lassen.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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