# Gleichgewichtsstörung bei Nagetieren

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/gleichgewichtsstoerung-nagetiere
Tierarten: Nagetiere
Synonyme: vestibuläres Syndrom, Drehkrankheit, Schiefhals
Dringlichkeit: dringend
Stand: 2026-07-23

Eine Störung des Gleichgewichtssinns mit Kopfschiefhaltung und Taumeln.

## Was ist das?

Eine Gleichgewichtsstörung (vestibuläres Syndrom) ist eine Störung des Gleichgewichtssinns, der vom Innenohr und bestimmten Bereichen des Gehirns gesteuert wird. Ist dieses System gestört, kann das Tier seine Lage im Raum nicht mehr richtig einschätzen. Typisch sind eine Schiefhaltung des Kopfes, Taumeln, Kreislaufen und das Umkippen zu einer Seite. Das Tier ist dadurch oft verunsichert und kann nicht mehr sicher fressen, trinken oder laufen. Häufige Ursachen sind Entzündungen des Innenohrs, aber auch Erkrankungen des Gehirns oder andere Grundprobleme. Je nach Ursache können die Beschwerden plötzlich auftreten und unterschiedlich stark ausfallen. Viele Gleichgewichtsstörungen lassen sich gut behandeln, weshalb eine zeitnahe Abklärung wichtig ist.

## Typische Anzeichen

Eine Gleichgewichtsstörung zeigt sich an Haltung und Bewegung:
– Anhaltende Schiefhaltung des Kopfes
– Taumeln, Torkeln, Stolpern oder Umkippen
– Drehbewegungen oder Im-Kreis-Laufen
– Augenzittern
– Unsicherheit beim Fressen und Trinken

## Mögliche Ursachen

Eine Gleichgewichtsstörung hat verschiedene Ursachen:
– Entzündungen des Innen- oder Mittelohrs
– Erkrankungen oder Tumoren des Gehirns
– Schlaganfall
– Parasitäre oder bakterielle Infektionen
– Vergiftungen

## Was Sie tun können

Polstern Sie das Gehege weich, halten Sie Futter und Wasser gut erreichbar und schützen Sie das Tier vor Stürzen. Stören Sie es so wenig wie möglich.

## Wann zum Tierarzt

Bei einer Kopfschiefhaltung, Taumeln oder Kreislaufen sollte zeitnah ein Tierarzt die Ursache abklären, da viele Gleichgewichtsstörungen gut behandelbar sind. Warten Sie nicht zu lange, denn eine frühe Behandlung verbessert oft die Aussichten. Ein sofortiger Notfall liegt vor, wenn das Tier anhaltend rollt oder sich überschlägt, ohne wieder aufstehen zu können, Futter und Wasser vollständig verweigert oder zusätzlich Krampfanfälle zeigt beziehungsweise teilnahmslos wird. In diesen Fällen ist umgehende Hilfe nötig. Sichern Sie das Gehege bis dahin gegen Stürze, polstern Sie es weich aus und entfernen Sie Klettermöglichkeiten. Bieten Sie Futter und Wasser gut erreichbar an, damit das verunsicherte Tier trotz der Störung fressen kann. Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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