# Gerinnungsstörung beim Hund

Quelle: https://tiergesundheit.vetguru.de/de/krankheiten/gerinnungsstoerung-hund
Tierarten: Hund
Synonyme: Blutgerinnungsstörung, Koagulopathie
Dringlichkeit: notfall
Stand: 2026-10-01

Bei einer Gerinnungsstörung kann das Blut nicht richtig gerinnen, sodass schon kleine Verletzungen stark bluten.

## Was ist das?

Eine Gerinnungsstörung liegt vor, wenn die Blutgerinnung des Hundes nicht mehr richtig funktioniert. Normalerweise verschließt der Körper verletzte Gefäße rasch durch ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Blutplättchen und sogenannten Gerinnungsfaktoren. Ist dieser Schutzmechanismus gestört, blutet es schon bei kleinen Verletzungen ungewöhnlich lange und stark, und es können sogar spontane Einblutungen in Haut, Schleimhäute oder innere Organe entstehen, ohne dass eine Verletzung vorausging. Ursachen können zum Beispiel bestimmte Vergiftungen, angeborene Defekte oder Erkrankungen sein, die die Bildung von Gerinnungsfaktoren oder Blutplättchen beeinträchtigen. Weil dabei auch verborgene innere Blutungen drohen, ist eine Gerinnungsstörung sehr gefährlich und für den Hund potenziell lebensbedrohlich. Für das Tier bedeutet das, dass schon alltägliche kleine Verletzungen zu einer ernsten Gefahr werden können, weil der Körper seinen natürlichen Schutz vor Blutverlust verliert.

## Typische Anzeichen

Eine Gerinnungsstörung zeigt sich durch ungewöhnliche Blutungen.
– punktförmige oder flächige Einblutungen in Haut und Schleimhäuten
– lang anhaltendes Bluten aus kleinen Wunden
– Nasenbluten oder Blut im Urin und Kot
– blasse Schleimhäute und Schwäche
– Blutergüsse oder blaue Flecken ohne erkennbare Verletzung

## Mögliche Ursachen

Eine gestörte Blutgerinnung kann verschiedene Ursachen haben.
– Vergiftung mit gerinnungshemmenden Substanzen wie Rattengift
– erbliche Mängel an Gerinnungsfaktoren
– Lebererkrankungen
– Fehlsteuerung des Immunsystems gegen Blutplättchen
– schwere Allgemeinerkrankungen

## Was Sie tun können

Halten Sie Ihren Hund ruhig, vermeiden Sie Verletzungsrisiken und überprüfen Sie Haut und Schleimhäute auf Einblutungen. Bei vermutetem Giftkontakt nehmen Sie, wenn möglich, die Substanz oder Verpackung mit. Verabreichen Sie keine Medikamente eigenmächtig.

## Wann zum Tierarzt

Eine Gerinnungsstörung ist ein Notfall, der umgehend tierärztlich versorgt werden muss: Kontaktieren Sie ohne Verzögerung eine hundeerfahrene Notdienstpraxis oder Tierklinik und stellen Sie Ihren Hund dort unverzüglich vor. Besonders dringlich ist dies, wenn der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, etwa nach Kontakt mit Rattengift, denn hier zählt jede Stunde. Ebenso gilt dies bei spontanen Blutungen ohne erkennbare Verletzung, bei Einblutungen, die sich als kleine Flecken in Haut und Schleimhäuten zeigen, sowie bei einer Blutung, die nach einer kleinen Verletzung nicht zum Stillstand kommt. Warten Sie in diesen Fällen nicht ab und beobachten Sie nicht die weitere Entwicklung. Rufen Sie nach Möglichkeit vorab an und nennen Sie einen etwaigen Vergiftungsverdacht, damit das Team vorbereitet ist – erreichen Sie niemanden, fahren Sie trotzdem sofort los, ohne den Transport dadurch zu verzögern.

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Alle Inhalte sind tiermedizinisch aufbereitete Bildungsinformationen, keine Diagnose und kein Ersatz für einen Tierarztbesuch. Im Notfall sofort eine Praxis oder Tierklinik kontaktieren.

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